Jahrhundertprojekt

Mega-Baustelle Bahnhof Bern: Hier wird gerade gearbeitet

David Kocher, 4. August 2022, 09:43 Uhr
Schon seit längerem ist klar, dass es beim Grossprojekt Bahnhof Bern zu Verspätungen kommen wird. Wir zeigen dir, wo und warum die Arbeiten stocken und woran dieses Jahr noch gearbeitet wird.

Wer sich regelmässig am Hauptbahnhof Bern aufhält, weiss, dass die dortigen Bauarbeiten in vollem Gange sind. Gesperrte Gleise, Baulärm und Gleisänderungen gehören schon zum Alltag. Wir zeigen auf, woran aktuell gearbeitet wird und wo und warum sich bereits jetzt Verspätungen abzeichnen.

Der RBS arbeitet an den neuen Tunnelröhren

Grössere Hindernisse gibt es beim Bau des neuen RBS-Bahnhofs. Laut dem Regionalverkehr Bern-Solothurn RBS stiess man bei den Arbeiten auf Öl-Altlasten und Findlinge, welche die Arbeiten erschweren. Statt Ende 2027 soll der RBS-Bahnhof Mitte 2029 in Betrieb genommen werden. Mit der Verzögerung steigen auch die Kosten des RBS-Bahnhofs um über 100 Millionen auf neu 730 Millionen Franken. Diese Arbeiten stehen aktuell an:

  • Seit Mitte Juni laufen beim Eilgutareal die Arbeiten an den vier einzelnen RBS-Tunnelröhren. Die Arbeiten sollen Ende 2025 abgeschlossen werden.
  • Im Bereich Hirschenpark/Bierhübeli wurden die Betonierarbeiten im neuen Zufahrtstunnel im Juni 2022 fertiggestellt. Bis Ende 2022 wird dort nun am Innenausbau des ausgebrochenen Tunnels gearbeitet.

Ein Teil des 400 Meter langen Tunnels beim Durchschlag zwischen der Baugrube Hirschenpark und dem Schacht im Eilgut. (Archivbild)

© KEYSTONE/Marcel Bieri

Grössere Einschränkungen für RBS-Pendlerinnen und -Pendler stehen im kommenden Jahr an, wenn ein Teil des Gewölbes des Zufahrtstunnels in den heutigen RBS-Tunnel freigelegt und abgerissen wird.

«Das ist notwendig, damit dieser Tunnelabschnitt später mit dem neuen, sich im Bau befindlichen Zufahrtstunnel verbunden werden kann. Während dieser Intensivbauphase werden zwischen Bern und Worblaufen Bahnersatzbusse verkehren», erklärt die Pressestelle der SBB auf Anfrage.

Die SBB installiert Stützpfähle

Durch die Verzögerungen beim RBS-Bahnhof verspäten sich auch die Bauarbeiten der SBB, besonders im Bereich der sogenannten «Publikumsanlagen». Bisher rechnet man mit circa einem Jahr Verspätung, die Eröffnung ist im April 2028 geplant. Da der RBS zuerst seine Tunnelröhren erstellen muss, werden Aushubarbeiten für die neue Unterführung unter dem Perron Gleis 7/8 bis März 2023 pausiert.

Bis März 2023 baut die SBB nun Stützpfähle bei den Gleisen. Bereits eingebaut sind die Stützpfähle bei den Gleisen 7 bis 10. Bei den Arbeiten an den restlichen Gleisen müsse der Bahnbetrieb an den betroffenen Gleisen eingestellt werden, was zu Gleisänderungen führen kann. Wer in den richtigen Zug einsteigen will, sollte einen Blick in den Onlinefahrplan oder auf eine der Anzeigetafeln werfen.

Auf der Grossen Schanze arbeitet die SBB weiterhin am Aushub des Logistikstollens. Dieser dient als Zugang für künftige Mieterinnen und Mieter in die geplante Unterführung.

Die Stützfeiler halten die frischbetonierte Decke. (Archivbild)

© KEYSTONE/Anthony Anex

Bubenbergzentrum-Neubau bereits verspätet

Das neue Bubenbergzentrum kann nicht wie geplant 2024 fertiggestellt werden. Aber auch mit dem neuen Termin im März 2025 wird das neue Bubenbergzentrum das erste abgeschlossene Projekt des der Mega-Baustelle.

Bis September 2022 soll der Abriss des Bubenbergzentrums abgeschlossen werden. Danach soll mit dem Neubau gestartet werden.

Die Medienstelle erklärt, wie wichtig das Bubenbergzentrum für den neuen Bahnhof wird: «Im Erdgeschoss entsteht der neue Bahnhofzugang ‹Bubenberg›, der ab 2028 neben dem heute bestehenden Haupteingang zum wichtigsten Zugang für Reisende am Bahnhof Bern wird».

Tag der offenen Baustelle ermöglicht Einsicht

Wer sich selbst ein Bild der Bauarbeiten machen will, erhält dazu am 3. September Gelegenheit. Am Tag der offenen Baustelle kann die Bevölkerung verschiedene Baustellen besuchen und erhält durch anwesende Fachpersonen Antworten auf offene Fragen.

Bauarbeiten an der Gleiseanlage.

© KEYSTONE/Peter Schneider

Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 4. August 2022 08:30
aktualisiert: 4. August 2022 09:43
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