Wegen Strommangel

«Notstromaggregate sind für Private nicht sinnvoll»

16. August 2022, 16:59 Uhr
Notstromaggregate sind auch im Kanton Bern sehr gefragt. Ein Produzent aus dem bernischen Uetendorf will deshalb systemrelevante Betriebe priorisieren.
Notstromaggregate sind sehr gefragt.
© KEYSTONE/Peter Schneider

Die drohende Energieknappheit macht auch in der Schweiz vielen Menschen Angst. Deshalb ist die Nachfrage nach Notstromaggregaten in den letzten Wochen massiv gestiegen. Dies bekommt auch die Firma Bimex Energy AG zu spüren. Sie produziert unter anderem in Uetendorf Notstromaggregate.

Viele Anfragen von Privaten

«Seit etwa fünf oder sechs Wochen erhalten wir sehr viele Anfragen. Vor allem auch von privaten Hausbesitzern», sagt der Geschäftsführer, Beat Müller. Die Leute wollen ihre Heizungen bei einem allfälligen Strommangel so weiterbetreiben können. Es gebe aber auch Anfragen von Alters - und Pflegeheimen, die sich bisher zu wenig mit Notfallplänen auseinandergesetzt hätten und jetzt Notstromaggregate kaufen wollen.

Aufgrund der hohen Nachfrage habe das Unternehmen entschieden, Anfragen zu priorisieren: «Wir wollen uns vor allem auf systemrelevante Betriebe konzentrieren, damit diese noch vor dem Winter zu einer Notstromanlage kommen.» Damit sind Branchen aus der Industrie, dem Handwerk und Foodbereich, aber auch Spitäler oder Wasserversorger gemeint. Private würden hingegen eher weniger zum Kundenprofil passen.

Für Private sei eine solche Notstromanlage, wie sie von Bimex Energy angeboten wird, sowieso wenig sinnvoll. «Die Strommangellage ist eigentlich gut koordiniert, Bund und Kanton arbeiten daran, deshalb wird es Private nicht einschränken.» Ein kurzer Stromunterbruch sei für diese erträglich: «Ich denke, wenn mal für vier Stunden der Strom ausbleiben sollte, würden sich Private sicher irgendwie zurechtfinden.» Ausgenommen seien natürlich jene Personen, die auf wichtige Dinge wie Beatmungsgeräte oder elektrische Betten angewiesen sind.

Erhöhtes Risiko

Müller rät auch davon ab, sich anderswo als Privatperson Notstromaggregate zu beschaffen: «Wenn Private ein eigenes Notstromkonzept aufstellen mit kleinen Billig-Aggregaten, die nicht geeignet sind, könnte das Brandrisiko und die Gefahr eines Elektroschlags höher sein.»

Ausserdem würden Private die Lieferengpässe von Bauteilen noch verschärfen: «Die Nachfrage im europäischen Raum ist für Notstromaggregate ohnehin sehr hoch und durch die Pandemie wurden die Lieferketten teilweise unterbrochen.» Kurzfristig ist keine Abnahme der Anfrage in Sicht: «Bis in den Herbst wird es wahrscheinlich so weitergehen.»

Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 16. August 2022 12:02
aktualisiert: 16. August 2022 16:59
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