Nach 15-jähriger Karriere

Schiedsrichter Alain Bieri gibt Rücktritt bekannt

· Online seit 18.10.2022, 19:58 Uhr
Alain Bieri hört auf: Der Berner Unparteiische beendet seine Karriere nach 15 Jahren. Sein letztes Spiel wird er in der Challenge League im November pfeifen.
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Der dienstälteste Schiedsrichter der Swiss Football League hängt seine Pfeife an den Nagel: Der Berner Alain Bieri wird im November seinen letzten Match in der Challenge League pfeifen. «Seit ich als 24-Jähriger in die 1. Liga aufgestiegen bin, hat der Fussball den Takt vorgegeben. Nach 20 Jahren wird sich das nun ändern, darauf freut sich nicht nur mein Umfeld, sondern auch ich freue mich auf mehr Freizeit und Planbarkeit», teilt Bieri in einer Medienmitteilung der Swiss Football League (SFV) mit.

Bieri leitete auch Endspiele der Frauen

Der 43-jährige Berner leitete 15 Jahre lang Spiele der höchsten Schweizer Ligen. Er stand über 350 Mal in der Super- oder Challenge League im Einsatz. Im Rahmen von Austauschprogrammen verübte Bieri zudem weit über 100 Einsätze im Ausland – darunter Spiele in den höchsten Ligen von Frankreich, Österreich, Katar und Saudi-Arabien. Dabei war er nicht nur als Schiedsrichter, sondern auch als vierter Offizieller oder als Torrichter tätig.

Bieri war der erste Schweizer Referee, der mit der Leitung des Frauen-Cupfinals 2022 zwischen dem FC Zürich und dem Grasshopper Club Zürich die Endspiele beider Geschlechter gepfiffen hat. Aus internationaler Sicht zählt der Berner gemäss SFV-Medienmitteilung unter anderem das Länderspiel Frankreich - Spanien, welches 2014 im ausverkauften Stade de France in Paris stattgefunden hat, zu seinen Höhepunkten.

2223 gelbe Karten 

In seiner Karriere pfiff Bieri bisher insgesamt 513 Spiele, zeigte 2223 gelbe Karten (davon 1076 in der Super League), 67 gelbrote und 63 direkte rote Karten. Von Christian Constantin, dem Präsident des FC Sion, wurde er nach einem gegen die Walliser gepfiffenen Elfmeter einst als «Betrüger» beschimpft, andere warfen dem Berner immer wieder Parteilichkeit vor. Sogar mit Morddrohungen sah sich Bieri konfrontiert.

Was bleibt also noch einer solch langen Karriere als Schiedsrichter? In der SFV-Mitteilung blickt Bieri zurück: «Wer sich fast 15 Jahre in der höchsten Liga behauptet, hat bestimmt viel richtig gemacht. Selbstverständlich sind mir in diesen vielen Spielen auch Fehler passiert, einige davon ärgern mich bis heute. Andererseits ist es so, dass nur die Menschen keine Fehler machen, die keine Verantwortung übernehmen.»

veröffentlicht: 18. Oktober 2022 19:58
aktualisiert: 18. Oktober 2022 19:58
Quelle: BärnToday

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