Neuer Breitschplatz

Das sind die Reaktionen zum Ende der Intensivbauphase

Philippe Flück, 19. September 2022, 17:39 Uhr
Die Intensivbauphase für den neuen Breitsch ist zu Ende. Die meisten Geschäfte sind froh darüber, einige aber auch etwas wehmütig.

Quelle: BärnToday / Warner Nattiel & Philippe Flück

Das Tram rollt wieder durch den Breitsch. Nach zehnwöchigem Unterbruch wegen der Intensivbauphase für das Projekt «Dr nöi Breitsch» sind die neuen Tramgleise gelegt und der Fahrplan wieder normalisiert. Auch die meisten Absperrungen wurden mittlerweile entfernt.

Bei den Geschäften rund um den Breitschplatz ist die Freude gross. «Wir sind selbstverständlich super froh», sagt Robert Rottermann Vize-Präsident des Breitsch-Träff. Auf der einen Seite sei es zwar spannend gewesen, was alles passiere, aber auf der anderen Seite sei es nach der Pandemie besonders schwierig gewesen, auch noch die Umsatzausfälle wegen der Baustelle hinzunehmen.

Therese Spindler, Mitglied des Breitsch-Träffs sieht dies positiver: «Bereits Ende der 70er Jahre wurde ein Vorschlag gemacht, den Platz verkehrstechnisch so umzugestalten, wie es nun der Fall ist.» Sie sei froh, wurde dieser Vorschlag nun umgesetzt: «Das hat gut-bernerisch 40 Jahre gedauert, bis es so weit gekommen ist.» Remigio Funiciello ist Verantwortlicher für die Infrastruktur im Breitsch-Träff. Er hat sogar beobachtet, wie die Baustelle einigen Quartierbewohnerinnen und Quartierbewohnern fehlt: «Ein Kind ist heute Morgen hier durchgelaufen und musste weinen, weil die Bagger nun alle weg sind.»

Gemischte Gefühle

Alexandra Bohnenblust, Mitinhaberin der Bäckerei Bohnenblust, freut sich zwar, gleichzeitig ist sie aber auch etwas wehmütig: «Wir hatten eine tolle Zusammenarbeit mit der Stadt und auch mit den Leuten auf der Baustelle. Alle haben uns unterstützt und versucht, die einfachsten Lösungen zu finden.» Deshalb sei es ein Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge gewesen. Nun freut sich Bohnenblust aber auf den umgestalteten Platz: «Es ist sehr schön, es gibt eine neue Begegnungszone im Herzen des Quartiers.»

Grosses Potential

Bei Ani Acosta, Geschäftsführer von Casa de Vinos Argentinos, überwiegen die positiven Gefühle zum Ende der Baustelle: «Wir sind sehr froh, wir haben so lange gewartet und es war immer auch etwas chaotisch.» Vor allem für Kunden, die mit dem Auto anreisen, um die Weinflaschen zu transportieren, sei es nun wieder einfacher.

Derzeit blüht nichts auf dem Breitschplatz, aber Grünflächen sind angepflanzt. Der neue Platz werde mit der Zeit sicher auch eine positive Wirkung haben: «So wie er jetzt gerade noch aussieht, vielleicht noch nicht, aber ab nächstem Frühling haben wir sicher mehr Potential, um das Quartier aufleben zu lassen.»

Bei aller Freude über den neuen Platz sei aber bisher etwas Wichtiges vergessen gegangen. «Die Uhr über dem Häuschen am Breitschplatz fehlt noch. Darüber haben wir und die anderen Geschäfte uns immer sehr gefreut», sagt Rottermann. Diese soll bald zurück an ihren alten Platz kommen.

Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 19. September 2022 17:21
aktualisiert: 19. September 2022 17:39
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