Autobahn im Grauholz

Einsprache gegen geplanten Ausbau spaltet die Politik

20.10.2022, 19:32 Uhr
· Online seit 20.10.2022, 19:01 Uhr
Der Bund will die Autobahn im Grauholz um eine Spur erweitern – das passt dem Stadtberner Gemeinderat nicht. Wir haben bei Politikerinnen nachgefragt, was sie davon halten.
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Der Ausbau führe zu mehr Verkehr auf der Strasse und stehe damit im Widerspruch zu den Klimazielen des Bundes und der Stadt: Die Stadt Bern erhebt beim Bund Einsprache gegen den geplanten Spurausbau im Grauholz. Der Gemeinderat ist dagegen, dass die A1 zwischen Wankdorf und Schönbühl je um eine Spur erweitert wird.

Quelle: TeleBärn

«Stau kostet Geld»

SP-Stadträtin Barbara Nyffeler stellt sich hinter den Gemeinderat. Auch sie befürchtet mehr Strassenverkehr durch den Ausbau. «Die Erfahrung zeigt: Angebot schafft Nachfrage», so Nyffeler. Nicht nur sei der Ausbau angesichts der Klimathematik problematisch, sondern weil dafür grosse Flächen Land benötigt werden. «Darum lehnt die SP sämtliche Ausbauprojekte um Bern rum ab», so Nyffeler.

Anders sieht das SVP-Grossrätin Barbara Josi. Als Kantonsparlamentarierin stellt die Vorteile in den Vordergrund. «Zeit ist Geld, je weniger Strassen, umso mehr Stau und Stau kostet Geld.» Nicht nur Privatpersonen, sondern auch das Gewerbe und die Wirtschaft können durch einen flüssigeren Verkehr profitieren. Die SVP sei deshalb «ganz klar für einen Ausbau», so Josi.

Stau auch als Chance 

Die linke Seite verfolgt einen anderen Ansatz. Staus sieht SP-Frau Nyffeler nämlich auch als Chance. «Wenn es Platz auf der Strasse hat, fährt man alleine. Wenn es enger wird, sucht man vermehrt die Zusammenarbeit.» Das gelte sowohl für den privaten als auch für den gewerblichen Verkehr, ist sie überzeugt.

Wie die betroffenen Gemeinden Bolligen, Ittigen, Moosseedorf, Urtenen-Schönbühl, Zollikofen, Lyssach und Wohlen das Projekt beurteilen, ist noch unklar. Bis nächsten Dienstag bleibt der Autobahnausbau im Grauholz öffentlich aufgelegt.

(ris)

veröffentlicht: 20. Oktober 2022 19:01
aktualisiert: 20. Oktober 2022 19:32
Quelle: BärnToday

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