Filmfestival «Kult-Attack»

Im Mai kommen die 80er-Jahre nach Bern

02.05.2023, 09:11 Uhr
· Online seit 30.04.2023, 15:02 Uhr
Von Filmvorführungen im kleinen Rahmen zum eigenen Filmfestival. Ronny Kupferschmid organisiert seit Jahren Filmvorführungen in Kinos. Im Mai startet er nun mit seinem ersten Filmfestival mit Filmen aus den 1980ern.
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Für Ronny Kupferschmid wird ein Bubentraum wahr – vom 11. bis 14. Mai organisiert er das Filmfestival «Kult-Attack». Seit 2015 organisiert der 46-Jährige in Bern mit der sogenannten «Kultmoviegang» Filmvorführungen im Kino. Es ist eine Leidenschaft für die Film- und Kinokultur, die tief sitzt. «Ich bin in den 80er-Jahren aufgewachsen und habe viel Zeit in Videotheken verbracht», erzählt Kupferschmid.

Nicht nur etwas für Kinder der 80er

Im 14. Mai werden im Berner CineClub-Kino über vier Tage 20 Filme gezeigt. Dazu gehören Klassiker wie Dirty Dancing, Die Nackte Kanone, Zurück in die Zukunft oder Stirb Langsam. Besonders das jüngere Publikum dürfte sich da zwei Fragen stellen: Warum überhaupt ins Kino, wenn es zu Hause mit Netflix viel gemütlicher ist? Und warum Filme aus den längst vergangenen 80ern schauen?

Warum das Kino immer noch wichtig ist, ist für den Filmfan schnell beantwortet: «Die Gemeinschaft ist für mich der Hauptgrund. Da ist das Kino ein total anderes Erlebnis als TV. Du bist im abgedunkelten Saal und hast kaum Möglichkeiten, dich abzulenken.»

Und auch ohne Nostalgie soll es für alle etwas zu erleben geben: «Wir haben den Anspruch, dass man mit unserem Programm Filme entdecken kann, die man nicht kennt. Es sind Kultfilme, die wir vom OK selbst toll finden oder von denen wir denken, dass man sie kennen muss. Ich habe das Gefühl, dass so einige vom Jahrgang 2000 den einen oder anderen Film entdecken  und wertschätzen können, dass es auch in den 80er-Jahren gute Filme gab.»

Auch für die ganze Familie 

Der Sonntag eigne sich bei Filmen wie Mein Nachbar Totoro, Die Unendliche Geschichte und Ferris Bueller's Day Off besonders für Familien. Die einen oder anderen Eltern könnten ihren Kindern die Filme ihrer Kindheit näher bringen. «Ich hoffe, dass dann auch viele Kinder im Kino sitzen», so Ronny Kupferschmid, der selbst Familienvater ist. Er wird mit seinen Kindern an diesem Tag sicher im Kino zu finden sein.

2019 zeigte die Kultmoviegang Dirty Dancing im Kino – und das ganze Kino sang mit:

Bisher sei der Vorverkauf der Festivalpässe leicht unter den Erwartungen geblieben, doch könne man sich bereits über viele Reservationen für einzelne Vorstellungen freuen. Vor der Pandemie haben die Vorstellungen der Kultmoviegang stolze Zahlen verzeichnet. «Bei den Worst-Filmen hatten wir einen soliden 120-Personen-Schnitt. Das ist durch die Pandemie eingebrochen und erholt sich auch jetzt noch. Jetzt sind wir wieder bei über 100 Leuten», erklärt Kupferschmid. Die bestverkaufte Vorstellung sei Dirty Dancing gewesen – die 300 Plätze waren ausverkauft. Wer den beliebten Klassiker mit Patrick Swayze im Mai also nicht verpassen will, sollte wohl besser einen Platz reservieren.

Der Start von etwas Grossem?

«Unser Masterplan ist es, eine längerfristige Veranstaltung zu etablieren. Bern braucht ein Filmfestival. Und wir haben das Gefühl, dass wir diese Lücke stopfen können», sagt Ronny Kupferschmid. Und er macht auch Lust auf mehr: «Wenn alles klappt, dann kommen nächstes Jahr die 90er-Jahre dran. Danach schauen wir, ob wir die 2000er-Jahre nehmen, oder zurück in die 80er oder 70er gehen.»

Doch es ist keine One-Man-Show. «Mir war klar, dass ich das nicht alleine machen will – und kann», so Kupferschmid. Das Festival hat er nun mit Philippe Hausherr, Tanja Lipak und Kay Eskes auf die Beine gestellt.

Auch Filme um 01.30 Uhr

Doch bis es so weit ist, muss das Debüt im Mai stimmen: «Bei Quinnie haben wir den Deal, dass wir eine Mindestgarantie liefern müssen. Wir haben auch Filme, die am Mittag oder um halb 2 Uhr morgens laufen, da müssen dann halt doch einige Leute dabei sein, damit sich das etwas rechnet.» Der Filmfan ist aber sehr optimistisch, dass es der Startschuss zu etwas Grossem ist. «Ich hoffe, dass wir auch in zehn Jahren jedes Jahr ein Retro-Filmfestival haben werden»

Kupferschmid lobt auch die Zusammenarbeit mit der Kinokette Quinnie. Die Vorstellungen der Kultmoviegang seien oftmals besser besucht als der Durchschnitt der normalen Vorstellungen. «Es ist eine Win-win-Situation für beide Parteien.»

Und wie wird der OK-Präsident den Filmmarathon verfolgen? «Ich habe vor, in jeden Film reinzusitzen. Ich habe gutes Sitzleder und bin ein Filmfreak. Da traue ich mir das zu, alle Screenings gut durchzustehen und zu geniessen.»

Wer das Filmfestival verpasst, kann dieses Jahr im regulären Kultmoviegang-Programm weitere Klassiker auf der Grossleinwand erleben. Am ersten Mittwoch im Monat wird ausserdem ein Animefilm im Kino gezeigt.

veröffentlicht: 30. April 2023 15:02
aktualisiert: 2. Mai 2023 09:11
Quelle: BärnToday

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