Diskussion auf Social Media

«Wollen Sie sich setzen?» – sind Berner im ÖV höflicher als Zürcher?

28.07.2023, 08:07 Uhr
· Online seit 28.07.2023, 07:07 Uhr
In Tram und Bus für ältere Personen aufzustehen, gehört zum guten Ton. Doch längst nicht alle halten sich an diese Regel. Auf Social Media ist dazu nun eine heftige Debatte entbrannt. Dabei geht es auch um die Frage, wer im ÖV höflicher ist: Zürcher oder Berner?

Quelle: BärnToday / Anissa Dennenmoser & Warner Nattiel

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Kommt eine ältere Frau ins Tram, steht ein junger Mann für sie auf. Da fragt die Frau: «Sie sind bestimmt aus Bern, oder?» Darauf entgegnet der Mann erstaunt: «Ja, warum wissen Sie das?» Die Frau antwortet: «Zürcher stehen nicht auf.»

So beginnt eine Kurzgeschichte, die ein User kürzlich auf dem sozialen Netzwerk X, früher bekannt als Twitter, verbreitete. Und die Zürcher bekommen gleich doppelt aufs Dach. Der Mann fährt in der Geschichte nämlich fort: «Und Sie sind Zürcherin?» Daraufhin entgegnet diese erstaunt: «Ja, wie wissen Sie das?» Der Mann antwortet: «Eine Bernerin sagt Danke.»

Zürcher reagieren hässig 

Dieser Tweet ging viral. Über 2300 Personen markierten ihn mit einem Like und viele stimmten dem User zu. Doch es gibt auch Widerspruch.

«15 Jahre in Zürich Tram gefahren und aufgestanden. Hätte ich mir sparen können, wenn dann doch nur gelästert wird», schreibt einer. Ein zweiter meint: «Das Problem seid ihr Berner. Ohne die hätte niemand aufstehen und auch niemand Danke sagen müssen. Also lasst uns doch in Ruhe.» Ein dritter User zündelt: «Zürcher sind eben müde von der Arbeit, während der Berner Beamte den ganzen Tag im Büro geschlafen hat.»

Unterschiedliche Wahrnehmungen 

Wie nehmen die Verkehrsbetriebe die Thematik wahr? Die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) retten auf Anfrage von BärnToday die Ehre der Züricherinnen und Zürcher. «Das Aufstehen für mobilitätseingeschränkte Personen ist in der Region Zürich in unserer Wahrnehmung nach wie vor weit verbreitet und von den VBZ ausdrücklich erwünscht. Insbesondere auf den für diese Menschen reservierten Plätzen.»

Bernmobil-Sprecher Rolf Meyer sagt: «Unser Eindruck ist, dass der Sitzplatz grundsätzlich weniger oft angeboten wird als früher.» Es komme aber sehr auf die Situation an. «Wenn ersichtlich ist, dass eine Person erkennbar nicht mehr gut zu Fuss ist, wird meistens Hilfe angeboten.» Es komme aber auch immer wieder vor, dass ältere Personen einen angebotenen Sitzplatz ablehnen.

Es scheint, als hätten sowohl Berner als auch Zürcher noch Nachholbedarf.

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veröffentlicht: 28. Juli 2023 07:07
aktualisiert: 28. Juli 2023 08:07
Quelle: BärnToday

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