Zu hart vorgegangen

Zwei Polizisten wegen Amtsmissbrauch angeklagt

23. September 2022, 09:34 Uhr
Sie seien bei einer Kontrolle eines Mannes auf dem Bahnhofplatz zu hart vorgegangen. Für dieses Vergehen werden zwei Berner Polizisten wegen Amtsmissbrauch angeklagt.
Zwei Polizisten der Kantonspolizei Bern müssen sich vor Gericht wegen Amtsmissbrauch verantworten.
© Keystone/PETER KLAUNZER

Im Sommer 2021 wurde ein gebürtiger Marrokkaner auf dem Bahnhofplatz Bern verhaftet. Der Fall sorgte für Aufsehen, denn die Polizisten griffen zu harten Massnahmen. Zu hart, wie die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern nach Ermittlungen findet, wie sie in einer Mitteilung schreibt. Die beiden Beamten im Alter von 36 und 41 Jahren werden wegen Amtsmissbrauch und Tätlichkeiten angeklagt.

Der Mann sei aufgrund seines «schwankenden Ganges» kontrolliert worden. Der Mann der auf der Strasse lebe, habe über 1 Promille Alkohol und andere Drogen konsumiert. Er habe nur Italienisch gesprochen.

Mehrere Tätlichkeiten

Als er danach gefragt habe, ob ihm die Handschellen vorne – wegen Rückenproblemen nicht hinten – angelegt werden könnten, sei es zum Gerangel gekommen, so der Bericht. Einer der Polizisten habe den Mann grob zu Boden gedrückt. Es sei auch zu Tätlichkeiten in Form eines Kniestosses in den Unterleib gekommen.

Später habe sich einer der beiden Polizisten auf den Hals des Mannes gekniet. Laut Anklage sei dem Mann «schwarz vor Augen geworden». Der andere Polizeibeamte habe den Festgenommenen später derart wuchtig ins Fahrzeug gestossen, dass sich dieser eine Rissquetschwunde am Kopf zustiess.

Inzwischen wurde der 28-jährige Marokkaner nach Deutschland ausgeschafft, er hatte dort ein erstes Asylgesuch gestellt.

(ape/raw)

Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 23. September 2022 07:02
aktualisiert: 23. September 2022 09:34
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