Tragischer Unfall

Erste trans Frau im Schweizer Militärkader gestorben

12.07.2023, 13:44 Uhr
· Online seit 12.07.2023, 06:57 Uhr
Christine Hug war das erste hochrangige Mitglied der Schweizer Armee, welches sich als trans Frau outete. Am Montag ist sie im Alter von 42 Jahren ums Leben gekommen.
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Die Familie von Christine Hug (42) hat gegenüber Blick bestätigt, dass sie bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen ist. Hug war das erste hochrangige Mitglied der Schweizer Armee, das sich als trans Frau geoutet hatte. Ihre Geschlechtsidentität stand im Mittelpunkt einer SRF-Dokumentation.

Als Kind namens Christian aufgewachsen, hatte Hug bereits früh das Bedürfnis, den Geist vom Körper zu lösen. Mit 20 trat sie in die Panzer-Rekrutenschule ein, wurde Offizier und studierte Militärgeschichte. Ihre Karriere als Berufsoffizier führte sie bis zum Grad eines Oberstleutnants im Generalstab. Damals meinte Hug: «Das Geschlecht war im Militär nie ein Thema für mich. Man ist in Uniform und konzentriert sich auf die Aufgabe, das ist fast geschlechtslos. Die eigenen Bedürfnisse muss man hingegen zurückschrauben und das kam mir durchaus entgegen.»

Armeechef und Bundesrätin wurden informiert

2016 offenbarte Hug ihrer Ehefrau ihre wahren Gefühle und 2019 beschlossen sie, das Geheimnis nicht länger zu verbergen. Hug informierte ihre Vorgesetzten bei der Armee über ihren Wunsch, als Christine angesprochen zu werden. Obwohl der Brigadier angeblich nüchtern reagierte, wurden der Armeechef und Bundesrätin Viola Amherd über die Situation informiert.

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Bei einem Wiederholungskurs vor 800 Armeeangehörigen in Thun erklärte Hug ihre Entscheidung, ihr Leben fortan als Christine zu führen. Sie übernahm die Führung des Panzerbataillons 12, des ältesten noch aktiven Panzerverbands der Schweizer Armee. Hug bereute ihre Entscheidung nie und engagierte sich im Frauenförderungsprogramm der Armee sowie in Vorträgen über Diversity-Management. Obwohl sie als Vorreiterin der Trans-Bewegung im Schweizer Militär galt, sah sie sich nicht als LGBT-Ikone. Sie hinterlässt ihre Ehefrau und eine Tochter.

(red.)

veröffentlicht: 12. Juli 2023 06:57
aktualisiert: 12. Juli 2023 13:44
Quelle: PilatusToday

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