Energie

Nordmann fordert, dass Unternehmen fünf Prozent Strom sparen

19.10.2022, 08:31 Uhr
· Online seit 19.10.2022, 05:41 Uhr
Die Stromsparpläne des Bundesrates sind derzeit unverbindlich. SP-Fraktionschef Roger Nordmann macht nun Druck. Freiwilliges Sparen genüge nicht mehr, um schmerzhafte Massnahmen zu vermeiden.
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Der Bundesrat solle die Wirtschaft zwingen, den Verbrauch um 5 Prozent zu senken. Fünf Prozent liessen sich überall relativ schmerzlos einsparen. So sinke die Wahrscheinlichkeit, dass schmerzhafte Massnahmen wie die Kontingentierung nötig würden.

In einem normalen Winterhalbjahr müsse die Schweiz zwischen 12 und 15 Prozent des Stroms importieren, sagte Nordmann in einem Interview mit den Tamedia-Zeitungen. Das seien vier bis fünf Terawattstunden. Es sei nicht sicher, ob die Schweiz so viel Strom importieren könne.

Französische AKWs seien marode

In Europa werde wegen des Gasmangels Strom fehlen. Was Frankreich anbelange, sei er nicht so optimistisch wie Staatspräsident Emmanuel Macron. Die französischen Atomkraftwerke seien marode.

Die Schweiz sei gut darauf vorbereitet, zusätzlichen Strom zu produzieren. Die Fotovoltaik und die Notstromaggregate könnten einen Teil dazu beitragen. So lasse sich etwa vier Prozent des Strombedarfs decken. Dann müssten immer noch 8 bis 10 Prozent importiert werden.

Bundesrat solle verbindliches Ziel festlegen

Bundesrat Guy Parmelin müsse jetzt endlich vorwärts machen, sagte Nordmann weiter. Er müsse die Verordnungen in den Bundesrat bringen, in der das Vorgehen im Falle eines Strommangels geregelt werde. Der Bundesrat solle aber nicht nur den Krisenfall regeln, sondern auch ein verbindliches Sparziel festlegen, wie es die EU getan habe.

Für die Unternehmen sei es wichtig, bald zu wissen, worauf sie sich einstellen müssten. Es brauche eine gewisse Vorlaufzeit, damit die Firmen sich organisieren könnten. Alle warteten auf die Verordnung. Es sei ihm ein Rätsel, warum diese noch immer nicht vorliege.

(sda/bza)

veröffentlicht: 19. Oktober 2022 05:41
aktualisiert: 19. Oktober 2022 08:31
Quelle: sda

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