Wetter

Rekordnahe Regenmengen in der Zentral- und Ostschweiz

20. August 2022, 14:24 Uhr
Der langersehnte Regen hat seit Mittwoch vor allem den zentralen und östlichen Landesteilen teilweise rekordnahe Niederschlagsmengen gebracht. Der Walensee stieg um 80 Zentimeter. Auch etliche Mittellandseen füllten sich etwas.
Im Westen fiel nur wenig Regen: Zwei Kühe auf einer vertrockneten Weide am Col du Mollendruz im Waadtländer Jura. (Archivbild)
© KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Mit dem Zufluss hat der Walensee fast wieder Normalpegel, wie SRF Meteo am Samstag mitteilte. Dank der starken Regenfälle in der Ostschweiz und im Vorarlberg stieg auch der Bodensee bis am Samstagmittag um 20 Zentimeter an. Sein Pegel liegt aber weiterhin einen Meter unter dem Normalstand.

Viele Seen im Mittelland legten ebenfalls um 5 bis 10 Zentimeter zu. Im Südtessin fiel nicht so viel Regen. Der Luganersee stieg um 5 Zentimeter an. Mehr Zufluss erhielt der Langensee, dessen Pegel um rund 20 Zentimeter zulegte. In beiden Seen fehlt aber weiterhin sehr viel Wasser.

Augustmenge an einem Tag

Die höchste Regenmenge massen die Wetterdienste in den 72 Stunden bis am Samstagmorgen auf dem Säntis: 180 Liter pro Quadratmeter kamen dort zusammen. Auch in tieferen Regionen der Zentral- und Ostschweiz gab es beachtliche Werte. So mass die Station Oberriet mit 173 Liter, gefolgt von Altstätten mit 149 und Weesen mit 144 Litern.

Im St. Galler Rheintal fiel allein am Freitag so viel Regen wie in einem Durchschnittsaugust. Die 24-Stunden-Regenmengen näherten sich bis am Samstagmorgen in der Zentral- und Ostschweiz teilweise den Rekordwerten an.

In Altstätten und in Innerthal gab es seit Freitag früh gemäss Meteonews die zweithöchste je gemessene Regenmenge. Im Mittelland, am Jura und im Süden regnete es weit weniger.

Sitter tritt über Ufer

Bei Appenzell trat am Freitag die Sitter teilweise über die Ufer. Gemäss SRF Meteo führte der Fluss dort zunächst einen halben Kubikmeter Wasser und schwoll auf rund das Dreifache an. Das kommt statistisch nur alle 30 Jahre vor.

Der Kanton Thurgau rief die Bevölkerung dazu auf, nicht in die Nähe der Sitter zu gehen. Gleiches galt an der Thur im Thurvorland. Im Lauf des Abends hob Alertswiss die Warnungen auf.

Im Sanktgallischen mussten am Freitagabend die Feuerwehren 200 mal zu überschwemmten Kellern und ähnlichem ausrücken. Im Kanton Schwyz ist die Strasse zwischen Seewen und Lauerz wegen eines Erdrutschs das ganze Wochenende gesperrt.

Tropfen auf den heissen Stein

SRF Meteo schrieb am Nachmittag, je nach Region habe die Natur unterschiedlich vom Regen profitiert. Wo viele Wiesen wie im westlichen Mittelland vertrocknet seien, lasse sich der Schaden nicht mehr gutmachen.

Wo Felder und Wiesen noch grün waren, hilft der Regen für ein paar Tage. Viel Wasser floss indessen ungenutzt ab, weil es die ausgetrockneten Böden nicht aufnehmen konnten.

Die unter Trockenstress leidenden Wälder konnten die 20 bis 50 Liter Regen im Mittelland hingegen nicht bis auf den trockenen Boden hinunter durchnässen. Die Waldbrandgefahr ist damit höchstens gemildert, aber nicht gebannt.

Quelle: sda
veröffentlicht: 20. August 2022 14:24
aktualisiert: 20. August 2022 14:24
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