ÖV-Knigge

So gehst du anderen Leuten in Zug und Tram nicht auf die Nerven

03.01.2024, 08:16 Uhr
· Online seit 03.01.2024, 05:51 Uhr
Ein lautes Telefonat, ein Kebab, den man durch das ganze Tram riecht oder eine Handtasche, die im pumpenvollen Bus einen Sitz belegt: Es sind die klassischen No-Gos, die in Zug und Tram immer wieder vorkommen. Eine Knigge-Expertin erklärt, wie man es besser macht.
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Sich genüsslich einen Döner mit extra Zwiebeln im Tram einzuverleiben, ist grundsätzlich nicht verboten. Jede Pendlerin und jeder Pendler hat auch das Recht, im ÖV zu telefonieren. Aber «miteinander ist besser als gegeneinander», schreibt der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) in seinem Online-Leitfaden für respektvolles Verhalten in öffentlichen Verkehrsmitteln. Damit das Reisen «für alle angenehmer» wird, listet der ZVV unter anderem folgende Regeln auf:

  • Laute Geräusche durch das Abspielen von Musik, Darbietungen oder Betteln vermeiden
  • Sitzpolster nicht mit Schuhen verschmutzen
  • Bei Essen und Trinken auf Mitreisende Rücksicht nehmen
  • Abfall in vorgesehenen Behältern entsorgen
  • Im ÖV nicht rauchen

Die Knigge-Expertin Susanne Schwarz von «h+s knigge» präzisiert im Gespräch mit der Today-Redaktion die Benimmregeln in Zug, Tram und Bus. «Grundsätzlich sollte man andere Leute nicht stören», erklärt Schwarz. Für Menschen, die im Zug arbeiten, sei es angenehmer, wenn es ruhig sei. Da macht es auch keinen Unterschied, ob man in der ersten oder zweiten Klasse sitzt.

Lange Telefonate führt man im Gang – oder dann gar nicht

«Wer einen Anruf bekommt, geht im Idealfall in den Gang und telefoniert da, wenn das Gespräch länger geht», rät Schwarz. Im Bus, wo man sich nicht zurückziehen kann für ein Gespräch, vertröstet man die Person am anderen Ende der Leitung am besten auf einen Rückruf, um das Telefonat kurz zu halten. Laut Musik zu hören im ÖV ist für die Knigge-Expertin ein No-Go.

Auch beim Thema Gepäck rät Schwarz zu Rücksicht gegenüber anderen Pendlerinnen und Pendlern. «Eine Handtasche darf man natürlich auf den Sitz neben sich stellen. Aber man sollte Platz machen, wenn andere Leute kommen.»

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So geht man mit Störenfrieden um

Wenn man sich in ein Abteil setzt, in dem sich bereits eine Person befindet, fragt man höflichkeitshalber, ob der Platz noch frei ist. Eine Regel, welchen Sitz man genau wählt, wenn man sich zu jemandem ins Abteil setzt, kennt Schwarz nicht. «Aber wenn man sich schräg gegenüber von der Person platziert, haben beide am meisten Raum.»

Und wie verhält man sich am besten, wenn jemand gegen den ÖV-Knigge verstösst und man sich daran stört? «Wenn eine Person die Füsse auf den Sitzen hat, spreche ich sie jeweils an», sagt die Knigge-Fachfrau. «Und wenn jemand etwas Grösseres isst, wünsche ich jeweils ‹en Guete›.» Leute auf Fauxpas anzusprechen, findet Schwarz in Ordnung, solange man das in einem angemessenen Ton macht. Und den Sitzplatz zu wechseln, wenn man sich am Gegenüber nervt, ist auch legitim. «Aber man muss dabei ja nicht gleich die Augen verdrehen.»

veröffentlicht: 3. Januar 2024 05:51
aktualisiert: 3. Januar 2024 08:16
Quelle: ZüriToday

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