Unihockey-WM

Berner Nati-Spieler an der Unihockey-WM: «Wir sind gut vorbereitet und bereit»

29.10.2022, 12:29 Uhr
· Online seit 29.10.2022, 11:39 Uhr
Nächsten Samstag startet die Unihockey-Weltmeisterschaft in Zürich und Winterthur. BärnToday hat die drei Berner Nationalspieler Patrick Eder, Jan Zaugg und Luca Graf in einem Training ihres Clubs Floorball Köniz besucht. Die Vorfreude der Berner ist gross, die Erwartungen hoch und die Ziele klar.

Quelle: BärnToday / Lara Aebi & Warner Nattiel

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Unihockey-Fans dürfen sich freuen: Nächste Woche startet die Weltmeisterschaft – und das in der Schweiz. Ab dem 5. bis am 13. November spielen in Winterthur und Zürich 36 Teams um den Titel. Als Gastgeberland hat sich die Schweizer Nationalmannschaft automatisch für das Turnier qualifiziert.

Mit Stürmer Jan Zaugg, Verteidiger Luca Graf und Goalie Patrick Eder gehören auch Berner zur Schweizer Nationalmannschaft. Das Trio spielt bei Floorball Köniz – und freut sich bereits zwei Wochen vor Beginn der WM sehr auf den Grossanlass. «Man kommt nicht darum herum, jeden Tag an die WM zu denken», erzählt Zaugg. «Aber so wird auch die Vorfreude mit jedem Tag grösser.» Mit 25 Jahren hat der gebürtige Könizer bereits einiges erreicht: Schon relativ früh in seiner Karriere wagte er den Sprung ins Ausland und spielte ab 2019 während zwei Saisons beim schwedischen Verein Mullsjö AIS. Für seine zahlreichen Tore erhielt der Stürmer vom schwedischen Magazin «Innebandymagazinet» die Auszeichnung «Rookie des Jahres». Was der beste «Neuling» der Saison bedeutet.

Dasselbe Magazin wählte ihn im Januar zum zweiten Mal in Folge in die Top Ten der weltweit besten Unihockeyspieler. 2021 kehrte er schliesslich zu seinen Wurzeln und zu Floorball Köniz zurück.

Graf: Unstetige, aber erfolgreiche Karriere

Auch seine beiden Teamkollegen bei Floorball Köniz spielen bei für die Nationalmannschaft eine extrem wichtige Rolle. Luca Graf, der auf dem Feld die Position eines Verteidigers einnimmt, kam jedoch ungewöhnlich spät zum Unihockey: Erst mit 16 Jahren entdeckte er den Sport für sich. Die sportliche Laufbahn des 31-Jährigen ist von Unstetigkeit geprägt: Gürbetal, Köniz, der schwedische Club Växjö Vipers, Köniz, GC, Zug, Sirius, Köniz. Auch als Verteidiger konnte Graf bereits seine Qualitäten als Torschütze beweisen.

Sein Debüt für die Schweizer Unihockeynationalmannschaft gab er 2013, wo er sich schnell als Stammspieler etablieren konnte. So nahm der 31-Jährige bereits 2014 und 2016 an einer WM teil.

«Entweder ist man Goalie, oder man ist es nicht»

Goalie Patrick Eder stand schon immer gerne im Tor. «Ich glaube, entweder ist man Goalie, oder man ist es nicht», meint der 31-Jährige gegenüber BärnToday. Er begann seine sportliche Laufbahn 2010 bei den Bern Capitals und spielte dann von 2011 bis 2014 ein erstes Mal bei Floorball Köniz. Es folgte ein Wechsel zum HC Rychenberg Winterthur, bevor er 2016 wieder zu Köniz zurückkehrte – und dem Verein bis heute treu blieb. Mit Floorball Köniz erlebte er 2018 auch den ersten Meistertitel.

Auch er war schon an der Weltmeisterschaft 2018 in Tschechien dabei.

Mit Ex-Köniz-Spieler Manuel Maurer spielt ein weiterer Berner in der Nationalmannschaft. Dieser steht aktuell bei Växjö IBK in Schweden unter Vertrag.

WM-Vorbereitung in Gstaad

Zusammen mit dem restlichen Kader der Schweizer Nationalmannschaft befinden sich Eder, Graf und Zaugg bis am Sonntag in Gstaad, um sich auf das Turnier vorzubereiten.

Am 5. November gilt es dann ernst: Um 17 Uhr spielen die Schweizer in der brandneuen Swiss Life Arena in Zürich ihren ersten Match gegen das norwegische Team. Zur Gruppe A gehören nebst den beiden Teams auch die Nationalmannschaften aus der Slowakei und Finnland. Nur die zwei besten Mannschaften der vier Gruppen qualifizieren sich direkt für das Viertelfinale. Für die Schweizer wird es also keine leichte Ausgangslage. Aber Stürmer Jan Zaugg gibt sich zuversichtlich: «Wir sind gut vorbereitet und bereit.»

Nach den grössten Turnier-Favoriten gefragt, geben die drei Berner Spieler alle ähnliche Antworten: «Schweden und Finnland gelten sicher als Favoriten. Tschechien hat eine spannende Mannschaft mit vielen jungen Spielern. Aber auch Länder wie Norwegen, Lettland und auch Deutschland haben nochmals einen Schritt weitergemacht», schätzt Goalie Patrick Eder ein.

Schweizer wollen um den Titel kämpfen

Doch die Schweizer Nationalmannschaft will sich von den grossen Teams nicht einschüchtern lassen. «Wir hoffen natürlich, dass wir bis am Schluss dabei sein und um die Trophäe spielen können», so Eder. Welche Rolle spielt dabei der Heimvorteil? «Der macht sicher etwas aus», glaubt Verteidiger Luca Graf. «Ein Unihockeyspiel wird nicht 60 Minuten lang nur von einem Team dominiert. Es gibt immer Phasen, in denen mal das eine, mal das andere Team ein bisschen besser ist.» Dabei könne das Publikum eine entscheidende Rolle spielen. Team-Kollege Zaugg ist gleicher Meinung: «Das kann je nach dem, was wir auf dem Feld bringen, das Züngli an der Waage sein, dass wir das Momentum auf unsere Seite ziehen können. Deshalb hoffen wir schon, dass es an der Heim-WM das extra ‹Quäntli› gibt, dass uns bis an die Spitze treibt.»

veröffentlicht: 29. Oktober 2022 11:39
aktualisiert: 29. Oktober 2022 12:29
Quelle: BärnToday

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