U21-EM

Vize-Europameister François Affolter: «Es war einer meiner grössten Erfolge»

· Online seit 22.06.2023, 16:36 Uhr
Am Donnerstagabend bestreitet die Schweizer U21-Nati gegen Norwegen ihr erstes EM-Gruppenspiel. 2011 wurde das Schweizer U21-Team Vize-Europameister. FC-Biel-Captain François Affolter war Teil des Erfolgsteams und blickt im Interview zurück auf den Exploit.
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BärnToday: Sie waren Teil des Erfolgsteams von 2011. Wie schauen Sie auf diese Zeit zurück?

François Affolter: Es war einer meiner grössten Erfolge und ein riesiger Erfolg für den Schweizer Fussball. Wir hätten nicht erwartet, dass wir uns als kleines Land mit so einer Truppe für den Final qualifizieren. Gegen Spanien haben wir leider am Schluss verloren, aber wir haben das Ziel erreicht und uns zum ersten Mal für die Olympischen Spiele qualifiziert.

Wie ist es dem Team damals gelungen, so weit zu kommen? Was waren die Qualitäten der Mannschaft?

Wir hatten eine gute Generation. Gute Spieler, die dann auch grosse Karrieren gemacht haben. Die Stimmung in der Mannschaft war wichtig. Wir haben uns schon zwei Jahre lang gekannt. Der damalige Trainer war Pierluigi Tami – er ist ein taktischer Fuchs. Er hatte ein paar Ideen aus dem italienischen Fussball. Das hat uns geholfen, vor allem in der Gruppenphase.

Sie haben die Stimmung im Team bereits erwähnt. Wie war der Zusammenhalt? Haben Sie früh gemerkt, dass dieses Team etwas ganz Besonderes ist?

Wir hatten das Glück, dass alle spielfähig und nicht verletzt waren – von den zwei Jahren Qualifikationsrunde bis zur Gruppenphase. Das war wichtig. Bei den Spielen im Ausland waren wir zusammen in Hotels und haben viel unternommen, als Teambuilding. Und wir waren individuell und als Kader stark, aber auch unser Teamspirit war gut. Das hat man auf dem Feld gesehen, wir sind als verbundene Mannschaft aufgetreten.

Gibt es Spieler, die in der damaligen Mannschaft besonders herausstachen?

In jeder Mannschaft gibt es erfahrenere Spieler. Wir hatten Spieler, die sehr talentiert und noch jung waren und an dieser EM explodiert sind. Wir hatten auch Leader wie Fabian Frei, der während vielen Jahren in der U21-Nationalmannschaft war. Das hat uns geholfen. Ich erinnere mich auch noch an Yann Sommer, der eine super Karriere gemacht hat – auch nachher mit der A-Nati.

Gab es Gegenspieler, die Ihnen geblieben sind, welche Sie besonders überzeugten?

Ich erinnere mich noch an Christian Eriksen von Dänemark. Und im Final hatte Spanien eine starke Mannschaft, mit David de Gea im Tor und auch Thiago Alcántara. Wir hatten einfach keine Chance im Final – nicht wegen des Teamspirits, sondern nur wegen der Qualität.

Stehen Sie heute noch in Kontakt mit Mitspielern von damals? Sind Freundschaften geblieben?

Nicht wirklich, ab und zu eine kurze Nachricht auf Instagram oder so. Aber im Fussball-Business ist es etwas kompliziert, gute und lange Freundschaften zu haben. Denn am Schluss ist es ein individueller Sport: Man will gut spielen, gewinnen und Erfolg haben – das schafft man nur als Mannschaft. Aber am Schluss, wenn es einen Transfer gibt, verliert man ein bisschen den Kontakt mit den anderen. Wenn wir uns aber auf dem Feld sehen, ist es immer besonders.

Was trauen Sie der aktuellen U21-Nati zu?

Sie haben ein super Kader mit guten Spielern. Ich habe leider die Quali-Runde nicht sehr stark verfolgt. Viele haben schon den Schritt in die A-Nati geschafft. Jetzt braucht es ein bisschen Glück, um gut ins Turnier reinzukommen und vor allem heute gegen den schlechtesten Gegner der Gruppe einen Sieg zu holen. Gegen Frankreich und Italien muss man schauen, wie es aussieht. Ich bin überzeugt, dass sie einen super Match und ein super Turnier spielen werden.

Was braucht es Ihrer Meinung nach, um das Turnier sogar gewinnen zu können?

Ein bisschen Glück. Und einen guten Start heute, damit man Selbstvertrauen tanken kann. Es ist wichtig, zusammenzuarbeiten und alles für den Sieg zu wollen: Wenig Fehler machen und effizient vor dem Tor sein.

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veröffentlicht: 22. Juni 2023 16:36
aktualisiert: 22. Juni 2023 16:36
Quelle: BärnToday

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