Sieben Sekunden

Mujinga Kambundji ist neue Hallen-Europameisterin über 60 Meter

03.03.2023, 21:40 Uhr
· Online seit 03.03.2023, 20:06 Uhr
An den Halleneuropameisterschaften in Istanbul sprintet Mujinga Kambundji in genau 7 Sekunden zum Ziel. Die Bernerin holt sich somit Gold über 60 Meter und den Europameistertitel.
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Das Hoch von Mujinga Kambundji hält an.  Mujinga Kambundji sprintet an den Hallen-Europameisterschaften in Istanbul zu Gold. Sie erreicht für diesen Erfolg über 60 Meter die Weltklasse-Zeit von exakt 7,00 Sekunden.

Im Gegensatz zur EM 2022 in München, wo die Bernerin über 100 m ebenfalls als Favoritin aus den Startblöcken geschossen war, setzte sie sich diesmal durch. Die 30-Jährige hielt dem Druck stand und verwies die Polin Ewa Swoboda (7,09) und die Britin Daryll Neita (7,12) deutlich auf die weiteren Podestplätze.

Mit Ewa Swoboda besiegte die Schweizerin eine ausgewiesene Indoor-Spezialistin: Die Polin gewann 2017 in Belgrad vor der Bernerin EM-Silber und wurde 2019 in Glasgow sogar Europameisterin. Die Britin Daryll Neita war der Schweizerin an den EM in München näher auf den Fersen gewesen. Sie stürzte sich damals quasi zeitgleich mit der Siegerin Gina Lückenkemper und der Schweizerin über die Ziellinie und gewann mit einem Hundertstel Rückstand auf die Siegerin Bronze.

Ajla Del Ponte konnte in Istanbul wegen einer Verletzung den Titel nicht verteidigen. Nicht am Start standen auch die Britin Dina Asher-Smith und die 100-m-Europameisterin Gina Lückenkemper, obwohl sie diesen Winter Wettkämpfe bestritten hatten.

Gold Nummer 11

Mujinga Kambundji holte als elfte Athletin einen Hallen-EM-Titel für die Schweiz. Vor ihr haben dies schon Meta Antenen, Markus Ryffel, Rolf Bernhard, Peter Wirz, Werner Günthör, Sandra Gasser, Selina Büchel, Lea Sprunger, Angelica Moser und Ajla Del Ponte zum Teil mehrfach geschafft.

Die belgische Doppel-Olympiasiegerin im Siebenkampf, Nafissatou Thiam, brach mit 5055 Punkten den Weltrekord im Hallen-Fünfkampf. Thiam liess die Polin Adrianna Sulek hinter sich, die mit 5014 Punkten ebenfalls den alten Weltrekord (5013 Punkte) übertraf.

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Seit die Bernerin Kambundji vorgemacht hat, wie man als Schweizer Leichtathletin ins Profitum wechselt, wird ihr Mut mit Medaillen auf der internationalen Bühne belohnt: 2016 EM-Bronze über 100 m, 2017 nachträglich Hallen-EM-Bronze, 2018 Hallen-WM-Bronze, 2019 WM-Bronze 200 m, 2022 Hallen-WM-Gold plus EM-Silber und -Gold über 100 und 200 m. All dies war einer Schweizerin zuvor ebenso wenig zugetraut worden wie die starken Auftritte über 100 m im Olympia-Final 2021 und im WM-Final 2022.

Kambundji auch nach Trainerwechsel erfolgreich

Mujinga Kambundji liefert auch nach dem Wechsel von ihrem langjährigen Coach Adrian Rothenbühler zu Florian Clivaz. Dies verwundert nicht. Zum einen ist die 30-Jährige längst zur eigenständigen Athletin herangereift. Sie hatte den Weg hin zur Selbstständigkeit schon 2013, als sie ein paar Tage die Woche jeweils in Mannheim bei Valerij Bauer trainierte, erstmals eingeschlagen. Es folgten mit Henk Kraaijenhof, Rana Reider und Steve Fudge weitere Engagements und Trennungen von Coaches. Zeitweise war Mujinga Kambundji sogar ohne Trainer unterwegs - ihr Förderer Jacques Cordey oder Rothenbühler standen ihr in dieser Phase mit Rat und Tat zur Seite.

Zum anderen muss Clivaz, der jetzt die Fäden in den Händen hält, bei der routinierten Athletin nichts neu erfinden. Der ehemalige Sprinter und Jurist übernimmt als Freund der Bernerin schon seit einiger Zeit diverse Aufgaben im sportlichen Umfeld. So coachte er seine Partnerin bereits vergangenen August an der EM in München.

(sda/ade)

veröffentlicht: 3. März 2023 20:06
aktualisiert: 3. März 2023 21:40
Quelle: BärnToday

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