Berner Ski-Ass

Franjo von Allmen: «Ich will einfach Gas geben und Spass haben»

10.02.2024, 12:00 Uhr
· Online seit 10.02.2024, 11:44 Uhr
Spätestens seit seinem dritten Platz beim Super-G in Garmisch dürfte Franjo von Allmen vielen Leuten ein Begriff sein. Im Interview sagt der 22-jährige Berner Oberländer, wie er seinen Podestplatz gefeiert hat, ob er sich etwas von Marco Odermatt abschaut und was seine Ziele sind.
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BärnToday: Franjo von Allmen, nachträglich noch herzliche Gratulation zu Ihrem ersten Podestplatz im Weltcup. Wie haben Sie Ihren Erfolg gefeiert?

Franjo von Allmen: Zuerst musste ich es mal etwas verdauen. Dann habe ich mit den engsten Kollegen darauf angestossen. Ein grosses Fest gab es aber noch nicht.

Kommt es Ihnen gerade gelegen, dass die nächsten Rennen (in Kvitfjell) erst drei Wochen nach denen in Garmisch stattfinden?

Das ist sicher ein Vorteil. Jetzt habe ich schon wieder mit dem Konditionstraining und dem Training auf den Ski gestartet und fokussiere mich auf die nächsten Rennen.

Was bedeutet Ihnen dieser erste Weltcup-Podestplatz?

Es ist wahnsinnig cool, dass so etwas schon in der ersten Saison aufgeht. Das hätte ich Anfang Saison sicher unterschrieben. Ich hätte nicht erwartet, dass ich schon jetzt so weit vorne reinfahren kann. Es ist umso cooler, dass es aufgegangen ist, das gibt Selbstvertrauen für die Zukunft.

Was hat sich nun in Ihrer ersten Weltcup-Saison im Vergleich zu letzter Saison verändert?

Eigentlich nicht viel. Ich fahre auch noch auf ähnlichem Material wie letzte Saison. Die Strecken sind anders, zwischen Weltcup- und Europacupstrecken gibt es schon einen Unterschied. Die Pisten liegen mir sehr gut, auf den neuen Strecken muss ich aber sicher noch Erfahrungen sammeln. Ich versuche, alles zu geniessen und so viel wie möglich aufzusaugen. Ich finde es wichtig, nie zu vergessen, was man für ein Privileg hat, dass man diesen Sport ausüben darf.

Mit dem Erfolg sind Sie plötzlich mehr im Fokus, Medienanfragen etc. nehmen sicher zu. Wie gehen Sie damit um?

Einerseits ist es sehr schön, andererseits ist es eine Pflicht, die einfach dazugehört. Es ist schön, zu sehen, dass man Unterstützung erhält und sich die Leute für einen interessieren. Ich hoffe, dass das auch so bleibt, wenn es mal weniger läuft.

Der Druck von aussen dürfte nun steigen – kommen Sie gut damit klar?

Den Druck macht man sich in erster Linie selbst. Der Druck von aussen ist immer da. Es kommt sicher darauf an, wie man damit umgeht – ob man den Druck aufnimmt oder ob einem das egal ist. Mir ist es in dieser Hinsicht ziemlich egal, was das Umfeld sagt. Ich mache mir selber genug Druck, damit ich dann auch solche Resultate herausfahren kann. Das macht mir eigentlich nicht gross zu schaffen.

Sie trainieren nun regelmässig mit Marco Odermatt. Gibt es etwas, das Sie sich von ihm abschauen?

Nicht wirklich. Odermatt hat seinen eigenen Fahrstil, das sagen auch viele andere. Es ist sehr schwierig, das zu kopieren oder abzuschauen. Ich versuche, mein eigenes Ding zu machen – und das hat bisher ja nicht allzu schlecht funktioniert.

Gibt es einen Teamkollegen, mit dem Sie sich am besten verstehen?

Sicher mit einem anderen Berner Oberländer, ich würde jetzt mal Lars Rösti sagen. Und sonst mit Josua Mettler, mit dem ich meistens das Zimmer teile. Aber ich verstehe mich eigentlich mit allen ziemlich gut.

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Was sind nun Ihre Ziele für die kommende Zeit?

Ich glaube, man muss am Boden bleiben und darf nicht zu viel erwarten. Es ist meine erste Weltcup-Saison und viele Strecken sind immer noch neu für mich. Mein Ziel ist es, in beiden Disziplinen (Abfahrt und Super-G, Anm. d. Red.) in den Top-25 zu sein, um mich für das Weltcup-Finale zu qualifizieren. Und sonst will ich weiterhin einfach Gas geben und Spass haben.

veröffentlicht: 10. Februar 2024 11:44
aktualisiert: 10. Februar 2024 12:00
Quelle: BärnToday

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