Grünes Wunder

Es ist wieder Bärlauchzeit: Ein Kräuterexperte gibt Tipps

13.03.2023, 17:42 Uhr
· Online seit 13.03.2023, 17:18 Uhr
Von März bis Mai wächst der Bärlauch – auch in Berner Wäldern. Wo man ihn am besten findet, auf was man beim Sammeln achten sollte und was man aus der intensiv riechenden Pflanze machen kann, erklärt der diplomierte Wanderleiter und Kräuterexperte Daniel Zenger.
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Auch im Kanton Bern ist das grüne Lauchgewächs verbreitet. Die Pflanze wächst oft in grossen Massen und bedeckt so eine grosse Fläche des Waldbodens.

Kräuterexperte Daniel Zenger weiss, wo es dem Bärlauch am wohlsten ist: «Im Kanton Bern gibt es viele Plätze, an denen der Bärlauch wächst. Er braucht feuchten Boden, deshalb findet man die Pflanze oft an der Aare und in den Auenwäldern. Auch das Emmengebiet bietet sich zum Sammeln an.»

Für den Eigenbedarf darf man den Bärlauch überall dort pflücken, wo er auf öffentlichem Gelände wächst. «In der Schweiz gibt es keine Beschränkungen, man darf so viel sammeln wie man möchte. Man sollte der Natur aber nicht schaden – deshalb sollte man nicht an einer Stelle zu viel sammeln, sondern überall ein bisschen, sodass der Bestand nicht geschädigt wird. Man sollte nur so viel sammeln, wie man selbst verarbeiten kann, nicht dass man am Schluss noch etwas wegwerfen muss», so der Kräuterexperte.

Achtung vor den giftigen Zwillingen

Was nach einem gemütlichen und leckeren Zeitvertreib klingt, ist aber nicht ganz ungefährlich: Es gibt mehrere Pflanzen, die dem Bärlauch ähneln und giftig sind. So kommen jedes Jahr Menschen mit Herbstzeitlosen-Vergiftungen ins Spital. In seltenen Fällen können diese Vergiftungen tödlich enden.

Daniel Zenger erklärt, bei welchen «Zwillingen» beim Sammeln besondere Vorsicht geboten ist: «Der Bärlauch wächst an einer einzelnen Stange aus dem Boden, eine Herbstzeitlose hingegen eher gedreht – es sind mehrere Blätter, die verdreht nach oben wachsen. Das Maiglöckchen wächst im Vergleich zum Bärlauch paarweise aus dem Boden, wenn man sich achtet, erkennt man den Unterschied. Schwieriger ist es mit Aronstab – wenn er jung ist, sieht er dem Bärlauch ähnlich, und ist ebenfalls giftig.»

«Verlasst euch nicht allein auf den Geruchssinn»

Zudem sollte man sich nicht nur auf seine Nase verlassen, wie Zenger rät: «Viele geben den Tipp, am Blatt zu riechen, denn der Bärlauch riecht anders als seine giftigen Zwillinge. Das stimmt zwar, verbringt man aber eine lange Zeit mit Bärlauch, fällt einem meist nicht auf, wenn ein Blatt anders riecht, da der Geruch des Bärlauchs so intensiv ist und meist in der Nase bleibt. Deshalb empfehle ich, sich nicht nur auf den Geruchssinn zu verlassen.»

Wann beginnt die Bärlauchzeit?

Ab März lässt sich in vielen Regionen der erste Bärlauch finden. Bis etwa Ende Mai wächst er meist in grossen Massen. Wo genau er zu welcher Zeit am besten gedeiht, hängt aber vom Standort ab, wie Zenger erklärt: «An sonnigen Lagen kommt der Bärlauch früher als an schattigen und in der Höhe lässt sich meist länger Bärlauch sammeln, also bis Ende Mai.»

Und schon sollte dem Sammelspass nichts mehr im Wege stehen. Daniel Zenger hat auch eine Empfehlung, was man mit dem gepflückten Bärlauch kochen könnte: «Mein Tipp: den Bärlauch zu einem Pesto verarbeiten – so ist er lange haltbar und man kann auch noch im Sommer und Herbst Bärlauch geniessen.»

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veröffentlicht: 13. März 2023 17:18
aktualisiert: 13. März 2023 17:42
Quelle: BärnToday

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