Fragen und Antworten

Streik in Hollywood – das sind die Forderungen, die betroffenen Filme und die Folgen

14.07.2023, 13:14 Uhr
· Online seit 14.07.2023, 13:09 Uhr
Jetzt streiken nebst den Autorinnen und den Autoren auch die Schauspielerinnen und Schauspieler. Welche Shows und Filme sind betroffen? Was fordern die Gewerkschaften? Hier haben wir für dich die wichtigsten Fragen und Antworten.
Anzeige

Bei den Verhandlungen konnte kein gemeinsamer Nenner gefunden werden. Die Schauspiel-Gewerkschaft in Hollywood hat deshalb einen Streik beschlossen. Seit Mai streiken bereits die Drehbuchautorinnen und Drehbuchautoren.

Wer streikt in Hollywood?

Seit Mai streiken die Drehbuchautoren, in der Nacht auf Freitag hat nun auch die grösste Gewerkschaft der Schauspielerinnen und Schauspieler, die SAG-AFTRA, einen Streik beschlossen. Die Gewerkschaft hat rund 160'000 Mitglieder, nebst den Darstellern sind darin auch zum Beispiel Synchronsprecherinnen und Synchronsprecher vertreten.

Wieso ist dieser Streik historisch?

Erstmals seit 1960 streiken beide Gewerkschaften gleichzeitig. Einzelne Streiks gab es in den letzten Jahren aber immer wieder.

Was fordern die Gewerkschaften?

Die beiden Gewerkschaften haben ähnliche Forderungen. Es geht hauptsächlich um höhere Löhne wegen der Inflation sowie um bessere Kompensationen und Beteiligungen bei den Streamingdiensten. Ein weiterer, wichtiger Punkt ist der Umgang mit künstlicher Intelligenz.

Wer sitzt auf der anderen Seite des Verhandlungstisches?

Die Alliance of Motion Picture and Television Producers (AMPTP) verhandelt mit der Schauspieler-Gewerkschaft. Die AMPTP vertritt alle grossen Studios und Streamingdienste.

Was sind die Folgen des Streiks?

Praktisch alle Film- und Fernsehproduktionen stehen still. Aber nicht nur. Nach den SAG-AFTRA-Richtlinien werden die Mitglieder auch keine Premieren mehr besuchen, sie geben keine Interviews zu Filmen und Serien mehr, sie boykottieren Award-Shows, Filmfestivals und machen auch auf Social Media keine Werbung mehr für ihre Arbeit. Auch Konferenzen wie die Comic-Con werden nicht mehr besucht. Nebst diesen unmittelbaren Folgen könnte es auch langfristige Auswirkungen geben, so verdanken zum Beispiel die Reality-Shows ihren Aufstieg einem früheren Streik.

Welche Serien und Filme sind betroffen?

Seit die Drehbuchautorinnen und Drehbuchautoren streiken, haben die meisten TV-Shows keine Scripts mehr. Das haben zuerst die Late-Night-Shows zu spüren bekommen, die tagesaktuell geschrieben werden müssen.

Doch auch Serien wie «The Last of Us», «Blade Runner 2099», «The White Lotus» oder «The Mandalorian» sind bereits verschoben worden. Filme, wie das Sequel zu «Spider-Man: No Way Home» und «Blade», haben vorerst keinen Drehstart. Bereits abgedrehte Filme wie «Captain America: Brave New World» und «Thunderbolts» bekommen ein späteres Startdatum.

Weitere Filme und Serien, von denen bereits jetzt bekannt ist, dass sie betroffen sind: «House of the Dragon», «Andor», «Industry», «Bad Sisters», «Doctor Who», «Gladiator 2», «Mission: Impossible – Dead Reckoning Part Two».

Also sind vor allem Blockbuster betroffen?

Nein. Ganz viele Independent-Streifen werden das ebenfalls zu spüren bekommen. Und sogar Filme ohne Streikbeteiligung werden nicht weiter vorangetrieben. Denn zum Beispiel die Transport-Gewerkschaft oder die Techniker haben bereits angekündigt, sich mit den streikenden Leuten solidarisch zu zeigen.

Das betrifft also nur US-Produktionen?

Nein, denn viele Gewerkschaftsmitglieder sind auch in europäischen oder asiatischen Produktionen involviert. In Europa befürchten die Studios zudem, dass sich die Schauspieler aus Solidarität dem Streik anschliessen, denn die Forderungen und Probleme sind überall dieselben.

Du willst keine News mehr verpassen? Hol dir jetzt die Today-App:

veröffentlicht: 14. Juli 2023 13:09
aktualisiert: 14. Juli 2023 13:14
Quelle: FM1Today

Anzeige
baerntoday@chmedia.ch