Kehrtwende

Darum wurde das umstrittene «Forgotten Tomb»-Konzert in Köniz abgesagt

Lara Aebi, 20. Dezember 2022, 16:54 Uhr
Der im Vorfeld heiss diskutierte Auftritt der Metal Band «Forgotten Tomb» am Samstag wurde kurzfristig abgesagt. Ausschlaggebend dafür war offenbar die Androhung linksextremer Gewalt.
Im Kulturhof Schloss Köniz hätte das «Forgotten Tomb»-Konzert am Samstagabend stattfinden sollen.
© KEYSTONE/PETER KLAUNZER
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Aus dem umstrittenen Auftritt der italienischen Metal-Band «Forgotten Tomb» im Kulturhof Schloss Köniz am Samstag wurde nichts: Das Konzert wurde vom Verein Kulturhof über Social Media am Freitagnachmittag abgesagt. Am Dienstagnachmittag äusserte sich der Kulturhof nun dazu: Er sei kurz vor dem Anlass mit einer «kontroversen Diskussion in der Öffentlichkeit» konfrontiert worden. Laut ihm wurde zusammen mit dem Veranstalter alles daran gesetzt, dass das Konzert der Metal-Band stattfinden konnte, schlussendlich habe man sich aber dazu entschieden, den Anlass ganz abzusagen. Die Auswirkungen der Diskussion auf den Anlass hätten nicht abgeschätzt werden können, so die Verantwortlichen. Und die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher wäre bei einer Durchführung nicht vollumfänglich gewährleistet gewesen.

Aus Mitarbeiterkreisen hiess es, dass die Androhung von linksextremer Gewalt einer der Gründe gewesen war, weshalb das Konzert abgesagt werden musste.

Gemeinde schaltete sich ein

Dass ein Sicherheitsdispositiv vor Ort hätte sein müssen, bestätigt auch die Gemeinde Köniz. Zusammen mit der Regionalkonferenz Bern-Mittelland (RKBM) hat diese einen Leistungsvertrag mit dem Verein Kulturhof Schloss Köniz. «Die RKBM hat die Gemeinde am Mittwoch auf den Auftritt der Band «Forgotten Tomb» im Rahmen der «Wintertime Depression» hingewiesen. Deshalb hat sich die Gemeinde mit dem Verein Kulturhof Schloss Köniz in Verbindung gesetzt und verschiedene Abklärungen und Massnahmen verlangt, falls das Konzert stattfinden wird», teilt Martina Summermatter, Fachverantwortliche Kommunikation der Gemeinde Köniz, mit.

Nebst dem erhöhten Sicherheitsdispositiv sowie schriftlichen Stellungnahmen des Vereins, der Band sowie des externen Veranstalters «Wintertime Depression» gegenüber den Geldgebern des Leistungsvertrags, hätten die Massnahmen auch eine öffentliche mündliche Stellungnahme gegen Rechtsextremismus am Konzertabend verlangt.

«Forgotten Tomb» selbst äusserte sich letzten Mittwoch über Facebook.

Sie seien nie eine politische Band gewesen und auch keiner ihrer Songtexte hätten jemals auf politische Inhalte hingewiesen, betont die Band. Sie würden keine extremen politischen Meinungen unterstützen.

Weshalb der italienischen Metal-Band dennoch Nähe zur neonazistischen Strömung in der Black-Metal-Subkultur vorgeworfen wird, wieso die Antifa Bern «Forgotten Tomb» unterstellt, sich nur vage davon distanziert zu haben und wie ein Szenekenner die Band einordnet, erfährst du hier.

Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 20. Dezember 2022 12:03
aktualisiert: 20. Dezember 2022 16:54