Justizvollzugsanstalt Witzwil

Der «Suppenklappen»-Ausbrecher ist wieder in Haft

14. August 2022, 15:41 Uhr
Der Mann, der am vergangenen Sonntag aus der Justizvollzugsanstalt Witzwil geflüchtet war, ist gestern Samstag in Biel angehalten worden. Er wurde wieder zurück ins Gefängnis gebracht.
Die Kantonspolizei Bern hat den Mann, der vor einer Woche aus der Justizvollzugsanstalt Witzwil geflüchtet war, wieder in Haft gesetzt. (Symbolbild)
© KEYSTONE/DPA/DANIEL NAUPOLD

Ein Polizist, der nicht im Dienst war, habe den Mann nahe der Sonnenstrasse in Biel gesehen, wie die Kantonspolizei Bern am Sonntag mitteilte. Er habe eine Patrouille angefordert, worauf der Mann ohne Widerstand habe angehalten werden können. Zur Verbüssung seiner restlichen Haft wurde er wieder ins Gefängnis gebracht.

Quelle: BärnToday / David Kocher

Dem 41-jährigen Mann war heute vor einer Woche eine spektakuläre Flucht aus der Justizvollzugsanstalt Witzwil gelungen. Von dem Algerier ging laut einer damaligen Mitteilung der kantonalen Sicherheitsdirektion keine Gefahr aus.

Durch die Essensluke gezwängt

Die Witzwil-Direktion geht davon aus, dass sich der schmächtige Mann durch die offene Verpflegungsluke in der Zellentür zwängen konnte. Diese Klappe stand offen, weil es heiss war und so mehr kühlere Luft in die Zellen gelangen sollte, wie Olivier Aebischer, Leiter Kommunikation der bernischen Sicherheitsdirektion, damals sagte. Als Sofortmassnahmen wollte die bernische Sicherheitsdirektion in den Berner Vollzugsanstalten die Präsenzkontrollen verstärken und die technischen Sicherheitssysteme einer ausserordentlichen Prüfung unterziehen.

Welche Strafe droht dem 41-jährigen Algerier nun? Disziplinarische Massnahmen seien sehr wahrscheinlich, sagte Hans Bütikofer, Direktor der Justizvollzugsanstalt Witzwil, letzte Woche gegenüber BärnToday: «Er müsste sicher wieder mit einer Arreststrafe rechnen.»

Zusätzliche Tage muss er nach seiner Flucht aber nicht absitzen: Die Flucht aus einer JVA ist kein Straftatbestand.

Nicht der einzige Fluchtversuch in letzter Zeit

Die Verstärkung der Sofortmassnahmen gingen auch auf einen weiteren Ausbruch zurück. Denn die Flucht des Algeriers aus der Anstalt Witzwil war der zweite derartige Vorfall im Kanton Bern innert weniger Wochen: Mitte Juli zersägte ein 24-jähriger Spanier einen Gitterstab im Duschraum im dritten Stock des Regionalgefängnisses Bern. Er zwängte sich durch das Fenster, sprang drei Meter tief auf ein Vordach hinunter und entkam.

Das Sicherheitspersonal bemerkte den Ausbruch erst Stunden später, bei der Essensausgabe. Der Mann befand sich wegen des Verdachts, Drogendelikte begangen zu haben, in Untersuchungshaft.

(sda/dak)

Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 14. August 2022 10:53
aktualisiert: 14. August 2022 15:41
Anzeige