Biel

«Mit dem Bestattungswald kann die Vielfalt der Beisetzungsmöglichkeiten erweitert werden»

Lara Aebi, 20. Januar 2023, 17:20 Uhr
Die Stadt Biel realisiert einen Bestattungswald. Auf einem Waldgrundstück kann schon bald die Asche verstorbener Personen beigesetzt werden. Bis im Herbst sollen die dafür notwendigen Arbeiten umgesetzt werden.
Im Wald die letzte Ruhe finden: In Biel wird dies schon bald möglich sein. (Symbolbild)
© Getty Images
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In der Stadt Biel können Verstorbene schon bald im Wald ihre letzte Ruhe finden. Östlich des Friedhofs Madretsch entsteht in einem Waldgrundstück ein Bestattungswald.

Bis zum dritten Quartal dieses Jahres sollen die konkreten Arbeiten dafür umgesetzt werden, schreibt die Stadt Biel am Freitag in einer Mitteilung. Zusammen mit Fachpersonen aus dem Forst- und Umweltingenieurwesen habe die Stadt ein naturnahes Konzept entwickelt, das den Schutz von Wald und Tieren gewährleisten und die Biodiversität weiter fördern soll.

Keine Grabsteine im Bestattungswald

In einem Bestattungswald wird die Asche von verstorbenen Personen beigesetzt. Doch was ist der Unterschied zu einem gewöhnlichen Friedhof? «Im Gegensatz zu einem Friedhof wird im Bestattungswald kein Grabstein und keine Hinweistafel auf die verstorbene Person angebracht», erklärt Sacha Felber, Bereichsleiter Bieler Friedhöfe und Krematorium sowie Projektleiter des Bestattungswaldes. «Zudem wird der Bestattungswald nicht täglich aufgeräumt, sondern bleibt ein Wald-Biotop in sich.»

Der Bieler Bestattungswald soll 2,5 Hektaren gross werden. Innerhalb dieser Fläche sollen – den Auflagen des Kantons Bern entsprechend – kleinere Flächen in Grösse einer Are definiert werden, erklärt Felber. «Innerhalb dieser Are kann man zwei Urnenbeisetzungen innerhalb von zehn Jahren machen.» Beigesetzt werde jedoch lediglich die Asche einer Person, ohne das Gefäss der Urne. Erdbestattungen, also die Beisetzung einer verstorbenen Person im Sarg, sind im Bestattungswald nicht vorgesehen. «Das ist eine ganz klare Richtlinie: Im Bestattungswald werden keine Körper beigesetzt, sondern nur die reine Asche», sagt der Projektleiter.

Urnenbeisetzungen nehmen zu

Die Idee eines Bestattungswaldes in Biel ist nicht neu: Bereits 1962 bestanden Pläne, ein entsprechendes Projekt in einem Teil des Bärletwaldes zu realisieren. Die entsprechenden Pläne hat Sacha Felber im Archiv gefunden. «Daraus entstand die Grundidee, diesen Plan wieder aufzunehmen.» Doch wieso gerade jetzt? In den letzten zehn Jahren hätten die Anzahl der Erdbestattungen immer weiter abgenommen, Urnenbeisetzungen habe es jedoch deutlich mehr gegeben, so Felber. «Mit dem Bestattungswald können wir eine weitere Variante in dieser Richtung anbieten und so die Vielfalt der Beisetzungsmöglichkeiten erweitern.»

Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 20. Januar 2023 20:10
aktualisiert: 20. Januar 2023 20:10