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So steht es um die Solaroffensive in den Berner Bergen

Solarenergie

So steht es um die Solaroffensive in den Berner Bergen

15.05.2024, 07:28 Uhr
· Online seit 14.05.2024, 11:12 Uhr
Wird der sogenannte «Solarexpress» im Kanton Bern zum Debakel? Das entscheidet sich in den nächsten Monaten. Mindestens drei bis maximal sechs grosse Solarparks im alpinen Raum sollen im Kanton Bern bis 2025 am Netz sein. Ein realistisches Ziel oder eine Illusion? Ein Überblick.
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Was sind Solarkraftwerke?

Im Ausland sind Solarparks teilweise schon verbreitet. Nun sollen auch hierzulande erste Solarparks entstehen, die besonders die Produktion von Winterstrom ankurbeln sollen.

Weshalb drängt die Zeit?

Bis Ende 2025 müssen Solarparks im alpinen Raum zumindest teilweise ans Netz angeschlossen sein, sonst erhalten sie keine Subventionen vom Bund. Ohne den Zustupf aus der Bundeskasse wären viele Projekte nicht rentabel.

Der Kanton Bern hat entsprechend reagiert und die Verfahren zur Bewilligung der Projekte beschleunigt. Noch im Februar gab sich der zuständige Regierungsrat Christoph Ammann in einem Interview mit «Berner Oberländer» zuversichtlich: Bis 2025 sollen drei bis sechs alpine Solarparks am Netz sein. Ob dieses Ziel erreicht wird, entscheidet sich schon in den kommenden Monaten. Es finden diverse Abstimmungen statt, und bei einigen Projekten liegen bereits konkrete Gesuche für Solarparks öffentlich auf.

Wie viele Projekte sind im Kanton Bern im Moment geplant?

Im vergangenen Dezember war von zwölf Solarparks im Kanton Bern die Rede. Im Moment hat das kantonale Amt für Wirtschaft, Energie und Umwelt Kenntnis von zehn laufenden Projekten, wie es auf Anfrage mitteilt. Neun davon sind im Berner Oberland. Das Projekt MontSol der BKW befindet sich im Berner Jura auf dem Mont Soleil.

Welche Projekte sind am weitesten?

Eine Einschätzung ist schwierig. Praktisch jedes Projekt kann an juristischen oder politischen Hürden scheitern. Das Projekt auf der Alp Morgeten hat als erster Solarpark schweizweit eine gültige Bewilligung vom Regierungsstatthalteramt erhalten. Allerdings droht eine Beschwerde vor Verwaltungsgericht durch Umweltverbände. Wohl weniger Gegenwehr dürfte es bei den Projekten auf dem Mont Soleil und in Adelboden geben. Hier ein kurzer Überblick:

1. Alp Morgeten, Oberwil

Vor knapp zwei Wochen erhielt das Projekt auf der Alp Morgeten als erster Solarpark überhaupt in der Schweiz eine offizielle Bewilligung vom Regierungsstatthalteramt. Die Anlage ist am Südhang der Bürglen auf Gemeindegebiet von Oberwil im Simmental geplant. Im Projekt arbeiten die Morgeten-Berggenossenschaft, die Thuner Solar AG und die Energie Thun AG zusammen.

Das Projekt ist noch nicht in trockenen Tüchern. Laut Raimund Rodewald, Geschäftsführer der Stiftung Landschaftsschutz, prüfen die Umwelt- und Landschaftsschutzverbände eine Beschwerde vor dem Berner Verwaltungsgericht. Rodewald schätzt die Chancen einer Beschwerde als gut ein, weil diverse Fragen beim Projekt offen seien und auch, weil die Stromleitung zum Solarpark in einem separaten Bewilligungsverfahren via Bund bewilligt werden muss.

2. Mont Soleil, Berner Jura

Das Projekt im Berner Jura hat intakte Chancen. Auf dem Mont Soleil hat es bereits seit 1992 Photovoltaik-Anlagen sowie mehrere Windräder, die Storm produzieren. Deshalb wird es auch von der sonst kritischen Stiftung für Landschaftsschutz offiziell unterstützt, wie Geschäftsführer Raimund Rodewald sagt.

Das Projekt MontSol wurde vom Stadtrat von Saint-Imier bereits befürwortet. Scheitern kann es aber noch am Volkswillen. Voraussichtlich am 9. Juni wird es eine Volksabstimmung zum Projekt geben.

3. Bühlberg und Tschentenalp, Adelboden-Lenk

Das Projekt Schwandfäl auf der Tschentenalp wurde von der Gemeindeversammlung Adelboden genehmigt. Dort laufen laut der BKW aktuell noch Verhandlungen mit den Grundeigentümern.

Das Projekt im Skigebiet Adelboden-Lenk beim Sessellift Bühlberg am Hahnenmoosbärgli hat ebenfalls ein «Ja» von der Gemeindeversammlung Lenk erhalten. Auch für die Stiftung Landschaftsschutz sind beide Projekte nicht grundsätzlich ein No-Go. «Wir haben ein Ampel-System, die Projekte in Adelboden und Lenk sind bei uns auf gelb», erklärt er. Eine Beschwerde des Verbands ist abhängig vom konkreten Projekt.

Mitte Juni soll die öffentliche Auflage des Baugesuchs für das Projekt beim Bühlberg erfolgen, es wird von den Bergbahnen vorangetrieben.

Bei welchen Projekten könnte es kompliziert werden?

Grundsätzlich kritisch beurteilt Raimund Rodewald, Geschäftsführer der Stiftung für Landschaftsschutz, die zwei Projekte der BKW in Schattenhalb, Tschingel Ost und West sowie das Projekt der Jungfraubahnen auf der Alp Hintisberg.

Für das Projekt Schattenhalb Tschingel Ost liegt bereits die Zustimmung der Landeigentümer sowie der Gemeinde vor. Gleiches gilt bei den Jungfraubahnen, die bald ein Baugesuch einreichen werden. Gegen dieses dürfte es ziemlich sicher Einsprachen geben, wie Rodewald auf Anfrage bestätigt. Im Gebiet Hintisberg sei erst kürzlich nachgewiesen worden, dass die Alp ein Hotspot für Tagfalter sei. Deshalb sei eine Solaranlage dort nicht angemessen.

Schon einmal eine Abfuhr erhielt das Projekt von SolSarine im Saanenland, die Gemeinde Saanen sagte im Dezember an der Gemeindeversammlung Nein. Allerdings kommt es dort mit einem kleineren Projekt zu einem zweiten Anlauf. Federführend ist unter anderem die Gemeinde Saanen, die sich zu 30 Prozent, konkret mit drei Millionen Franken, am Solarpark beteiligen will. Der Gemeinderat in Saanen wird das Geschäft am Freitag, 7. Juni der Gemeindeversammlung vorlegen. Hat das zweite Projekt bessere Chancen?

Welche Projekte sind definitiv vom Tisch?

Eine Abfuhr erhielten die Solar-Projekte der BKW in Grindelwald. Sie sind Anfang April von der Bergschaft Grindel abgelehnt worden. Die BKW schreibt auf Anfrage, dass die Projekte Oberjoch und Gemschberg vom Tisch sind: «Die Ablehnung der geplanten Solaranlagen bedeutet, dass die Projektarbeiten abgebrochen und die genannten Projekte in Grindelwald nicht mehr weiterverfolgt werden.»

In Hasliberg wurde ein Solarpark im Gebiet Käserstatt von der Gemeindeversammlung abgelehnt.

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veröffentlicht: 14. Mai 2024 11:12
aktualisiert: 15. Mai 2024 07:28
Quelle: BärnToday

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