«Habe nie damit gerechnet»

Stichwahl soll über Berner Ständeratssitze entscheiden

· Online seit 22.10.2023, 20:23 Uhr
Die beiden Berner Ständeratssitze werden wohl erst in einer Stichwahl am 19. November vergeben. Im ersten Wahlgang schaffte niemand das absolute Mehr, wie die Staatskanzlei am Sonntag mitteilte. Trotzdem gab es eine Überraschung.

Quelle: TeleBärn / BärnToday

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Am besten schnitt überraschend Nationalrätin Flavia Wasserfallen (SP) mit 158'843 Stimmen ab. Sie möchte den Sitz ihres Parteikollegen Hans Stöckli erben, der nicht mehr antrat. Im Rathaus brach tosender Applaus aus, als das Resultat des ersten Wahlgangs bekannt gegeben wurden.

«Ich hätte nie damit gerechnet, dass ich das beste Resultat machen kann», freut sich Wasserfallen. Während der Kampagne habe sie breite Unterstützung gespürt. «Das hat mich immer auch motiviert. Es ist für mich eine riesige Erleichterung und sehr schön, das so entgegenzunehmen.»

Dicht hinter Wasserfallen folgt der Bisherige Werner Salzmann (SVP) mit 157'944 Stimmen. Die beiden werden höchstwahrscheinlich zum zweiten Wahlgang antreten. Sie sei bereit dafür, sagte Wasserfallen am Sonntag im Rathaus. Sowohl die Bürgerlichen als auch SP und Grüne wollen ihre Taktik für den zweiten Wahlgang am Montag besprechen.

Für den zweiten Wahlgang ebenfalls zugelassen sind Bernhard Pulver (Grüne) mit 97'275 Stimmen sowie Sandra Hess (FDP/93'123), Jürg Grossen (GLP/ 72'860), Lorenz Hess (Mitte/41'237) und Marc Jost (EVP/28'377). Verzichten sie alle auf den zweiten Umgang, werden Wasserfallen und Salzmann ohne Stichwahl in den Ständerat einziehen.

Hohe Stimmbeteiligung dank Stadt Bern

«Die Wahlbeteiligung ist sehr gut im Mittelland. Wenn man die anderen Wahlkreise anschaut, ist es aber schon enttäuschend», so Werner Salzmann. Jetzt müsse man genau analysieren, woher die Stimmen gekommen sind.

Salzmann zeigte sich zuversichtlich, dass er die Wahl im zweiten Wahlgang schaffen wird. Es sei eben immer das gleiche, die wählerstarke Stadt Bern könne am Ende das Ergebnis noch umkippen. Mit der Abstimmung über die Fusion von Bern und Ostermundigen seien dort sehr viele Leute an die Urne gegangen. Auf dem Land, wo die SVP traditionell stark ist, sei die Beteiligung eher weniger gut gewesen.

Trend gegen Grün spürbar

Der drittplatzierte Bernhard Pulver von den Grünen zeigte sich sehr zufrieden mit seinem Ergebnis. Stimmenmässig liegt er jedoch deutlich hinter Wasserfallen und Salzmann. Der ehemalige Regierungsrat blieb etwas unter den Erwartungen.

Der Trend gegen Grün sei spürbar, sagte Pulver. Ausserdem sei er seit fünf Jahren nicht mehr Regierungsrat und so wohl für die Wählerinnen und Wähler weniger sichtbar gewesen. Er hätte lieber ein besseres Resultat für die Grünen geholt, persönlich sei er aber nicht enttäuscht, betonte Pulver.

Im Rennen um die zwei Plätze waren insgesamt 17 Kandidierende, darunter mehrere Polit-Exoten. Die Stimmbeteiligung betrug 50,1 Prozent.

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(sda/fho)

veröffentlicht: 22. Oktober 2023 20:23
aktualisiert: 22. Oktober 2023 20:23
Quelle: BärnToday

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