Partei im Hoch

Grüne feiern Mitglieder-Rekord: «Im Herbst kommt der Wandel»

· Online seit 26.05.2023, 09:22 Uhr
Die Grüne Partei hat innert Kürze mehrere Hundert neue Mitglieder gewonnen. Parteipräsident Balthasar Glättli blickt voller Optimismus auf die nationalen Wahlen im Herbst. Sie wollen die drittstärkste Partei im Land werden.
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Die Party dauerte bis tief in die Nacht. Am 13. Mai feierte die Grüne Partei ihren 40. Geburtstag. Auch knapp zwei Wochen nach dem Fest sind die Grünen in Feierlaune. Wie die Auswertungen inzwischen zeigen, verbuchen sie einen neuen Rekord.

«Wir konnten bis zu unserem Geburtstag innert eines Monats knapp 400 neue Mitglieder hinzugewinnen», bestätigt Generalsekretärin Rahel Estermann. Ihr «sehr hohes Ziel» hätten sie nicht ganz, aber fast erreicht.

Bis zu ihrem Jubiläum hatte sich die Partei 500 Neumitglieder als Ziel gesteckt. Seit vier Jahren verbuche die Partei steigende Mitgliederzahlen. «Inzwischen sind wir von rund 9700 Mitgliedern Ende 2019 auf derzeit knapp 13'900 gewachsen.»

«Dieser Sprung ist etwas Einmaliges»

Bei Grünen-Präsident Balthasar Glättli ist die Freude gross. «Klar, 500 Neumitglieder hätten mich noch glücklicher gemacht, aber dieser Sprung in solch kurzer Zeit ist trotzdem etwas Einmaliges», schwärmt er.

Einen so starken Mitgliederzuwachs habe die Partei bereits erfahren, nachdem das Volk das CO2-Gesetz 2021 abgelehnt habe. Doch der aktuelle Mitgliederzuwachs sei besonders speziell.

«Diesmal schafften wir es, dass unsere bestehenden Mitglieder Menschen für unsere Partei mobilisieren konnten», sagt Glättli.

Potenzielle Mitglieder zu bewerben, indem man Bekannte oder Arbeitskollegen anspreche, sei ein grosser Schritt. «Für viele Menschen in der Schweiz ist die Vorstellung, sich einer Partei anzuschliessen, eher ungewöhnlich.»

Erfolg von 2019 werde übertroffen

Trotz des Erfolgs – die grösste Hürde steht noch bevor. Am 22. Oktober wählt die Schweiz ein neues Parlament. Eine aktuelle Umfrage des Forschungsinstituts Sotomo zeichnet eine düstere Prognose.

Im Vergleich zu ihrem historischen Wahlerfolg im Klimajahr 2019 verlieren die Grünen mit einem Minus von 2,5 Prozentpunkten an Wähleranteil. Aktuell kommt die Partei auf 10,7 Prozent.

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«Wir halten am Ziel fest, die drittstärkste Partei im Land zu werden», sagt Balthasar Glättli. Er zeigt sich zuversichtlich, den Erfolg von 2019 im Herbst zu übertreffen. «Im Herbst kommt der grüne Wandel im Parlament.»

Glättli stellt fest, dass grüne Anliegen zunehmend Mehrheiten finden. Als Beispiele erwähnt er das Klimaschutzgesetz, das im Juni vors Volk kommt und das vom Nationalrat angenommene Gesetz für eine gestärkte Kreislaufwirtschaft. «Das sind beste Voraussetzungen, um noch mehr Sitze im Parlament zu gewinnen.»

Braucht es einen heissen Sommer?

Ein Zünglein an der Waage könnte bei den kommenden Wahlen der Sommer spielen. Ob der Sommer heiss oder kühl ausfällt, spielt für den Parteipräsidenten bei den Chancen auf mehr grüne Sitze jedoch keine Rolle.

«Wetter und Klima darf man nicht miteinander verwechseln», sagt Glättli. Entscheidende Tatsache sei aber, dass Extremwetterlagen zugenommen hätten. «Mit einer grünen Transformation im Parlament können wir das Steuerrad noch herumreissen, um nicht in die Schlucht zu stürzen.»

veröffentlicht: 26. Mai 2023 09:22
aktualisiert: 26. Mai 2023 09:22
Quelle: Today-Zentralredaktion

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