Öffentliche Videoüberwachung

Tram-Unfall gefilmt: Cuba Bar muss illegale Kamera entfernen

08.02.2024, 06:29 Uhr
· Online seit 05.02.2024, 16:49 Uhr
Videoaufnahmen der Cuba Bar zeigten den Tram-Unfall in Bern von letzter Woche. Mit Vollgas entgleiste das Tram beim Kornhausplatz, schlitterte über den Boden und zerstörte eine Haltestelle. Nun gibt es Kritik von Links: Das Video soll dank einer illegalen Überwachungskamera entstanden sein.

Quelle: TeleBärn / Quinn Lauener / BärnToday / Warner Nattiel

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Am 1. Februar 2024 sorgte ein Unfall am Berner Kornhausplatz für Aufsehen. Kurz nach 7 Uhr entgleiste ein Tram und verwüstete dabei die Zytglogge Haltestelle Richtung Bahnhof. Das Tram kam direkt vor der Cuba Bar zu stehen. Im Verlauf des Tages stellte die Cuba Bar ein Video des Unfalls ins Netz – aufgenommen mit einer Videokamera, die den Vorplatz der Bar bis hin zur Strasse zeigen. Noch am selben Tag folgte die Kritik: Ein Journalist der «WOZ die Wochenzeitung» teilte einen Videoausschnitt auf X und machte auf die illegale Videoüberwachung aufmerksam.

Co-Präsidentin der SP Bern schiesst gegen Unfallvideo

Am Freitag teilte Lena Allenspach, Co-Präsidentin der SP Bern, den Post und kritisierte die Videoaufnahmen als «schweren Eingriff in die Persönlichkeitsrechte».

Den Berner Linken sind solche Überwachungskameras ein Dorn im Auge. Mitte Januar forderte eine überparteiliche Motion von SP, Grünes Bündnis, Grüne Freie Liste und der Alternativen Linken des Berner Stadtrats eine Bewilligungspflicht für private Kameras auf öffentlichem Grund.

Damit soll unter anderem auch ein Register mit allen Stadtberner Überwachungskameras geschaffen werden. Gegner der Motion weisen besonders auf das Missbrauchspotenzial hin.

Nach X-Tausend Franken Sachschaden: So begründet die Cuba Bar die Kamera

Die Gründe für die installierte Kamera liegen rund eineinhalb Jahre zurück, wie Verantwortliche der Cuba Bar erklären. Im August 2022 wurden vor dem Conference-League-Playoff-Spiel zwischen YB und Anderlecht eine Gäste-Fangruppe attackiert.

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Dutzende YB-Fans griffen die Belgier an und randalierten vor der Bar. Damals wurde von Sachschaden in der Höhe von rund 15'000 Franken gesprochen.

Mittlerweile wird der Vorplatz des Lokals nicht mehr gefilmt. Wie der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause aus seinen Ferien ausrichten lässt, habe das Bauinspektorat interveniert und die Kamera abbauen lassen.

veröffentlicht: 5. Februar 2024 16:49
aktualisiert: 8. Februar 2024 06:29
Quelle: BärnToday

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