Verpflichtung von Adam Reideborn

SC Bern löst «Goalie-Problemchen» und verdeutlicht damit Fehler der Vergangenheit

26.05.2023, 10:14 Uhr
· Online seit 25.05.2023, 15:53 Uhr
Mit der Verpflichtung des Schweden Adam Reideborn ist in der kommenden Saison auch bei den Mutzen ein Ausländer die Nummer Eins im Tor. Diese Entscheidung macht für den SCB Sinn. Ein Kommentar.
Alexander Zimmermann, TeleBärn
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Philip Wüthrich war letzte Saison zwar nicht das Hauptproblem einer (weiteren) enttäuschenden Saison für Schwarz-Gelb-Rot. Aber er war in den Schlüsselmomenten während den Playoffs auch keine Stütze, auf die sich die Berner Abwehr verlassen konnte, starke Paraden und haltbare Treffer wechselten sich beim 25-Jährigen ab.

Es überrascht also nicht, dass sich die Führungsetage des SCB rund um den alten und neuen CEO Marc Lüthi und Sportchef Andrew Ebbett für einen ausländischen Torhüter entschieden hat. Der Lebenslauf von Adam Reideborn klingt gut: Er hat soeben CSKA Moskau ins Finale der Russischen KHL geführt, und kann dabei vor allem in den Playoffs sehr starke Statistiken vorweisen (1.91 Gegentore im Schnitt, 93 % Fangquote). Ausserdem hat er bereits für die schwedische Nationalmannschaft gespielt und ist mit 31 Jahren im besten Goalie-Alter.

Paradedisziplin: Geld verbrennen

Damit übt sich der SCB aber auch wieder in seiner Paradedisziplin der letzten Jahre: Geld verbrennen. Kaum ein Team hat in den letzten Jahren so viel Geld ausgegeben, um eigene Fehler auszubügeln, wie der SCB. Sei es die vorzeitige Vertragsauflösung mit teuren Spielern (Calle Andersson, Kaspars Daugavins, als Nächstes womöglich Eric Gelinas) oder die ständigen Rochaden auf dem Trainerposten.

Noch im Februar verlängerten die Mutzen den Vertrag mit Ersatzgoalie Daniel Manzato (39) um eine weitere Saison und kündigten dabei an, auch in der kommenden Saison auf das Duo Wüthrich/Manzato zu setzten. Gut drei Monate später ist das bereits wieder Makulatur. Sie bezahlen nächste Saison nun drei National League taugliche Torhüter mit National League-Salären. Dabei hätte der SCB mit Andri Henauer (21, an den EHC Basel ausgeliehen) einen weiteren Goalie unter Vertrag, der die Rolle als Nummer Drei einnehmen könnte und wahrscheinlich deutlich weniger kostet, als Daniel Manzato.

Der SC Bern ist nicht mehr der Liga-Krösus, finanziell sind den Hauptstädtern heute andere Teams wie Zug oder Zürich voraus. Da fallen die finanziellen Fehltritte noch mehr ins Gewicht. Und ironischerweise sind es die richtigen Entscheidungen, wie die Verpflichtung eines ausländischen Torhüters, welche die zuvor begangenen Fehler noch deutlicher unterstreichen.

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veröffentlicht: 25. Mai 2023 15:53
aktualisiert: 26. Mai 2023 10:14
Quelle: BärnToday

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