Futtermittel fehlen

Bauern müssen Kühe wegen Hitze vorzeitig schlachten

9. August 2022, 08:25 Uhr
Wegen der Trockenheit wächst auf Berner Weiden derzeit kaum Gras. Jetzt prüfen erste Bauern drastische Massnahmen – es kommt zu mehr Schlachtungen.
Wegen der Hitze wächst derzeit kaum Gras. Im Winter könnte es somit zu wenig Heu für die Kühe geben. (Archivbild)
© KEYSTONE/Peter Schneider

Seit Wochen macht die Trockenheit Bäuerinnen und Bauern zu schaffen: Es mangelt an Wasser und nun auch an Futtermittel. Denn: Derzeit wächst kein Gras, wie Ueli Berger, Bauer aus Riggisberg, gegenüber dem SRF-Regionaljournal erklärt.

Weil es sonst droht auszutrocknen, kann auch kein neues Gras gesät werden. Dazu kommt: Länder wie Italien legten den Export von Futtermittel auf Eis, da sie sie auf ihren Höfen selbst benötigen.

Futter fehlt für zwei Monate 

Noch gibt es beim Bauernbetrieb im Gantrisch genügend Gras auf der Wiese. Doch alles Gras, was jetzt zusätzlich verfüttert wird, kann nicht in Silos verpackt werden und fehlt dann im Winter. «Uns fehlen so sicherlich 50 Siloballen – also rund ein Drittel.» Damit fehlt Futter für fast zwei Wintermonate.

Deshalb prüft der Betrieb nun drastische Massnahmen: Der Bestand muss wohl reduziert werden. Bedeutet konkret: Kühe müssten vorzeitig geschlachtet werden. Dies wäre aber der letzte Ausweg.

Mehr Schlachtungen bei Grossmetzgerei 

Mit dem Geld aus dem Verkauf des Viehs kann schliesslich neues Futter für die anderen Kühe gekauft werden, so die Überlegung. Noch wartet der Bauer aber mit dem Verkauf der Kühe.

Andere haben den Entscheid bereits hinter sich. Beim schweizweit grössten Fleischverarbeiter Bell gehen derzeit deutlich mehr Meldungen von Bäuerinnen und Bauern ein, die ihre Tiere auf die Schlachtbank bringen wollen, wie er gegenüber SRF bestätigt.

Profitieren kann die Coop-Tochter davon aber kaum – es kommt gar zu einem Überangebot an Fleisch. Sprecher Fabian Vetsch sagt: «Das Fleisch, das nicht verkauft werden kann, wird tiefgekühlt und eingelagert – das ist für uns aber nur bedingt eine Lösung.» Denn: Die Einlagerung koste einerseits Geld und führe zu einer Abwertung.

(ris)

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Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 9. August 2022 08:01
aktualisiert: 9. August 2022 08:25
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