Unterstützung für Obdachlose

«Kennen Problematik seit Jahren»: Gassenarbeit freut sich über mehr Schlafstellen

23.11.2023, 17:11 Uhr
· Online seit 23.11.2023, 07:44 Uhr
Die Stadt Bern will mehr Notschlafplätze schaffen für den kommenden Winter. Sie reagiert damit auf die gestiegene Anzahl Obdachlose und auf die vollen Notschlafstellen im letzten Winter.

Quelle: BärnToday / Nicola Lohri / Warner Nattiel

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In der Stadt Bern gibt es immer mehr obdachlose Menschen. Die bestehenden 87 Plätze waren vergangenen Winter häufig belegt. Im Durchschnitt übernachteten über 40 Personen jeweils draussen an der Kälte. Nun hat die Stadt für die nächsten drei Jahre eine Strategie mit kurz- und mittelfristigen Massnahmen erarbeitet und der Gemeinderat hat sie verabschiedet.

Mehr Wohnungen und längere Öffnungszeiten

Kurzfristig sollen die Öffnungszeiten des bestehenden Angebots «Punkt 6» an der Nägeligasse erweitert werden. Dort können sich obdachlose Menschen aufwärmen, verpflegen und waschen. Neu soll das Angebot nicht nur morgens, sondern jeweils auch von 18 bis 23 Uhr zugänglich sein.

Ausserdem hat die Stadt zusätzliche Notwohnungen angemietet, wie die Stadtregierung am Donnerstag mitteilte. Es brauche zudem Einzelunterkünfte für Menschen, die psychisch beeinträchtigt sind oder einen Hund besitzen.

Diese Massnahmen dürften allerdings längerfristig nicht ausreichen. In Zukunft soll es ausserdem eine Notschlafstelle für obdachlose Frauen geben. Sie sind häufig Gewalt ausgesetzt und fühlen sich in gemischten Unterkünften mit Männern nicht sicher. Das Ziel sei es daher, eine Notschlafstelle zu schaffen, die den Bedürfnissen der Frauen entspreche.

«Housing First» wird geprüft

Weiter wolle die Stadt Bern das sogenannte «Housing First»-Konzept (zuerst eine Wohnung) prüfen. Die Stadt prüft, ob sie dazu ein Pilotprojekt testet.

Die Idee dahinter: obdachlose Menschen sollen eine Wohnung erhalten, ohne diesen Schritt bereits an Bedingungen wie Drogenabstinenz oder Arbeitsintegration zu knüpfen. Aufbauend auf einem sicheren Obdach sollen sich auch die anderen Lebensbedingungen stabilisieren können.

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Ausserdem will die Stadt die medizinische Grundversorgung verbessern. Obdachlose verfügten oft nicht über eine Krankenversicherung. Hier sei das Ziel, niederschwelligen Erstkontakt zu medizinischem Personal zu ermöglichen. Als Idee nennt der Gemeinderat etwa ein Walk-in-Angebot in einer bestehenden Einrichtung der Obdachlosenhilfe.

(sst/ade/sda)

veröffentlicht: 23. November 2023 07:44
aktualisiert: 23. November 2023 17:11
Quelle: BärnToday

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